Häusle, Joseph (1860-1939), Theologe

Häusle Joseph, Theologe. * Feldkirch (Vorarlberg), 26. 3. 1860; † ebenda, 23. 12. 1939. 1882 Priesterweihe, Dr.theol. Nur kurze Zeit in Frastanz und Tisis bei Feldkirch in der Seelsorge tätig, wurde er für seine überpfarrlichen Pläne freigestellt. 1888 gründete H. das kath. Lehrerseminar der Brüder der christlichen Schulen in Tisis, 1894 die Privatmädchenschule in Feldkirch (Josefshaus, 1906–11 Mädchenhandelsschule), 1900 das Antoniushaus in Feldkirch (Koch- und Haushaltungsschule sowie Exerzitienhaus für Frauen, von auch in der Krankenpflege tätigen Kreuzschwestern geleitet), 1911 das St. Josephsinst. auf dem Ardetzenberg (Volks- und Handelsschule mit Internat). Das H.-Haus in der Stadt wurde Heim für Verkäuferinnen und Büroangestellte, 1923 Altersheim für Frauen. H. gab 1896 auch den Anstoß zur Gründung des Exerzitienhauses in Feldkirch-Tisis und förderte durch günstige Darlehen das Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in Zams und ihr Unheilbarenspital in Oberlochau. H. betätigte sich auch als Naturheilpraktiker und hatte große Erfolge mit den aus bestimmten Pflanzenstoffen hergestellten Heilmitteln „Haimakainizon“ und „Myrisma“. In Vorarlberg und über die Grenzen Österr. hinaus ein vielgesuchter Gesundheitsberater, verwendete er das dadurch verdiente Geld ausschließlich für soziale Einrichtungen. H., eng befreundet mit Pius X., sah seine Aufgabe vor allem in der Förderung der Exerzitien, der christlichen Schule und der kirchlich-karitativen Werke. Er erwarb sich große Verdienste um die Entfaltung des kirchlichen Lebens in Vorarlberg.

W.: Das Exerzitienhaus bei Feldkirch. Ein Wort der Aufklärung, 1896.
L.: Korrespondenz des Priestergebetver. im theol. Konvikte Canisianum zu Innsbruck, Jg. 67, 1932, n. 1, S. 23 ff., Jg. 74, 1940, n. 3, S. 46 ff.; A. Ulmer, Feldkircher Ehrenkranz (Manuskript), S. 42 f., Stadtarchiv Feldkirch; Mitt. Vorarlberger Landesarchiv Bregenz, J. Schöch, Feldkirch (Vorarlberg).
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 7, 1958), S. 139f.
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