Hagenhofer, Franz (1855-1922), Landesrat und Bauer

Hagenhofer Franz, Bauer und Abgeordneter. * Safenhof b. Kaindorf (Stmk.), 30. 9. 1855; † ebenda, 5. 4. 1922. Besuchte nur die Volksschule in Kaindorf, übernahm 1884 die väterliche Wirtschaft und wurde bald Gemeindevorsteher von Kopfing, ein Amt, das er 18 Jahre innehatte. 1882 in die Bezirksvertretung Hartberg, 1886 in den steir. Landtag und 1889 in den Reichsrat gewählt, war seine polit. bedeutsamste Rolle als Organisator und Führer der konservativen Bauernschaft. H. war Gründer und Obmann des kath. Bauernver. für Mittel- und Obersteiermark und Präs. der Bauernvereinskasse, die er zu großer Bedeutung brachte. 1909 Landesausschuß-Beisitzer, brachte er im steir. Landtag eine Reihe wichtiger Agrargesetze ein. Nach dem Zusammenbruch erfolgte seine Ernennung in die Landesversmlg. und seine Wahl zum Wirtschaftskomm. und Landesrat. H., der 1920 aus Gesundheitsgründen vonseinen Ämtern zurücktrat, wurde durch den „Bauernsturm“ auf die Grazer Univ. bekannt. Er führte am 16. Mai 1908 anläßlich der Promotion eines kath. Verbindungsstudenten, dessen Erscheinen in Farben die freiheitliche Studentenschaft nicht zulassen wollte, 200 Bauern vor die Univ. Während der 29 Jahre, die er dem Reichsrat angehörte, trat er wiederholt als Redner hervor.

W.: Sonderdrucke einiger seiner Reden im Abgeordnetenhaus; Wahlordnung für die konstituierende Nationalversmlg., 1919.
L.: Grazer Volksbl. vom 6. 4. 1922; Grazer Tagespost vom 6. 4. 1922 und vom 29. 9. 1955; R. Loidoldt, F. H., ein Bild seines Lebens und Wirkens, in: Steir. Bauernbündler vom 2. 10. und 23. 10. 1955, 1. und 15. 1. 1956, 28. 7. 1957; K. Schwechler, 60 Jahre Grazer Volksbl. 1926, S. 308–10; E. Kresbach, 40 Jahre Carolina, 1928, S. 206–15; F. Funder, Vom Gestern ins Heute, 1952.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 7, 1958), S. 144
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