Hampel, Sigmund Walter (1867-1949), Maler

Hampel Sigmund Walter, Maler. * Wien, 17. 7. 1867; † Nußdorf a. Attersee (O.Ö.), 17. 1. 1949. Sohn des Glasmalers Wilhelm H., des Erfinders der sogenannten „Abziehbilder“. Besuchte 1884 die Staatsgewerbeschule Wien IV., 1885–88 die Wr. Akad. d. bild. Künste unter Eisenmenger, Angeli und L’Allemand. Wegen Opposition gegen die damalige akad. Lehrmethode relegiert, bildete er sich durch Stud. der alten Meister und der Natur weiter und erlangte, unterstützt durch einen delikaten Farbensinn, ein außerordentlich hohes techn. Können, das in seinen mit miniaturist. Feinheit gemalten, pointillist. flimmernden „Goldbronzezeichnungen“ die Kenner immer wieder begeisterte. Einer der Mitbegründer der „Hagengesellschaft“, schloß er sich 1900 dem aus ihr hervorgegangenen „Hagenbund“ an, in dessen Ausst. er häufig Temperabilder und Aquarelle, seltener Ölbilder vorführte. 1911 wurde er Mitgl. des Künstlerhauses, das in der XXXIII. Ausst. des Aquarellistenklubs im Jänner 1919 eine Kollektion von 53 Arbeiten H.s brachte. 1938 trat er im Künstlerhause zum letztenmal vor die Öffentlichkeit und lebte dann in völliger Zurückgezogenheit im befreundeten Hause Ransonnet in Nußdorf a. Attersee.

W.: Porträt der Opernsängerin Luise Pagin, 1897; Porträt der Burgschauspielerin Auguste Wilbrandt-Baudius, Mädchen mit Kaffeeschale, 1900; Schneelandschaft, Es klopft (beide Tempera), 1901; Urteil des Paris, Madonna, Badendes Mädchen, Der Ehestifter, Am Weiher, Sonntagmorgen, Sphinx, Eva mit Fasan (Öl), 1902; Der Zwerg und das Weib (Öl), (Österr. Galerie), Porträt Mlle. Eva Tanguay (Tempera), Abend (Öl), Memento mori (Tempera), Heimatland (Attersee), Selbstporträt (Tempera), 1903; Winklerhaus, Die Zauberin, Es hat die Rose sich beklagt, 1904; Winter, Kreuzigung, Sommer, Mariae Verkündung, Vision, 1905; Ave Maria (alle Tempera), Madonna (Öl), St. Thomas, Cherub, Morgen (beide Tempera), Stiller Winkel (Galleria d’Arte moderna, Venedig), 1907; Idylle im Försterhaus, Das grüne Kleid (beide Tempera), 1908; Porträt Gottfried Eißler (Albertina), Gerberhäuschen am Attersee, 1909; Chansonette (Eigentum des Landes N.Ö.), Mädchen mit dem Turban, Die Kirche in Nußdorf am Attersee, 1911; Die sommerstille Wohnung, Nürnbergerin in alter Tracht, Die kleine Briefschreiberin, 1912; Stille Stunden, 1917; Das Christuskind als Erlöser (alle Tempera), Vanitas vanitatis (Öl), 1918; Susanne, Bathseba (beide Tempera), Genius (Elfenbeinminiatur), Weiße Tulpen (Tempera), 1922.
L.: Wr.Ztg. vom 16. 7. 1947 und 23. 1. 1949; Thieme- Becker; Bénézit 4.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 7, 1958), S. 171f.
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