Hann, Franz Gustav (1850-1921), Denkmalpfleger und Lehrer

Hann Franz Gustav, Schulmann und Denkmalpfleger. * Steinpichl b. Wartberg o. d. Aist (O.Ö.), 27. 1. 1850; † Klagenfurt, 19. 2. 1921. Bruder des Meteorologen Julius v. H. (s.d.); stud. seit 1869 an den Univ. Wien und Innsbruck Dt., Geschichte, Kunstgeschichte und Phil. 1873 Lehramtsprüfung, 1875 Dr.phil. 1882–1902 Prof. am Klagenfurter Gymn. H., der sich besonders seit 1882 autodidakt. mit Kunstgeschichte beschäftigte, lenkte durch seine langjährigen Bereisungen im Auftrage des Geschichtsver. für Kärnten und durch zahlreiche Abh. und Vorträge die Aufmerksamkeit auf Kärntens Kunstdenkmäler, für deren Schutz und ordnungsgemäße Konservierung er auch eintrat. Wegen seiner Verdienste auf diesem Gebiet ernannte ihn 1895 die Zentralkomm. für Kunst- und hist. Denkmale in Wien zum Konservator für die Bezirke Hermagor und Spittal a. d. Drau. 1898–1912 Dir. des Geschichtsver. für Kärnten, 1913 dessen Ehrenmitgl. H., ein Mann von erstaunlicher Vielseitigkeit, hat auch als Lehrer und Volksbildner in Kärnten stark gewirkt. Jaksch nannte ihn den „Praeceptor Carinthiae“.

W.: Kunstgeschichtliche Betrachtungen über das fürstbischöfliche Schloß zu Straßburg, in: Mitt. der k. k. Zentralkomm. für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und hist. Denkmale, N.F. 23, 1897, S. 139 f.; Über die Kirche St. Marein i. L. in Kärnten, ebenda, N.F. 24, 1898, S. 165 f.; Beiträge zur neueren Kunstgeschichte des Gurker Domes, in: Carinthia I, Jg. 86, 1896, S. 155 ff.; Leben und Wirken des holländ. Malers Jan Scorel und sein Obervellacher Altarbild, ebenda Jg. 104, 1914, S. 133; etc.
L.: Carinthia I, Jg. 111, 1921, S. 96 ff. (mit Schriftenverzeichnis); Krackowizer.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 7, 1958), S. 179
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