Hardy, John (1821-1896), Konstrukteur

Hardy John, Techniker. * Gateshead b. Newcastle (Northumberland, England), 14. 9. 1821; † Wien, 25. 6. 1896. Nach zehnjähriger Lehrzeit in der Stephensonschen Lokomotivfabrik in Newcastle on Tyne betätigte er sich ab 1846 als Heizhausvorstand der Chemin de fer de L’Ouest in Rouen (Frankreich) und übersiedelte 1860 nach Wien, um die Leitung der dortigen Hauptwerkstätte der k. k. priv. Südbahnges. zu übernehmen, welche Stellung er bis zu seinem Übertritt in den Ruhestand (1884) innehatte. Mit der immer dringlicher werdenden Frage der durchgehenden Bremsung von Eisenbahnzügen sich befassend, nahm er grundsätzliche Änderungen an der von dem Amerikaner J. Smith erfundenen Luftsaugebremse vor, welche Bremsart dann als Hardysche (einfache) Vakuumbremse 1877 für Personenzüge in Österr. eingeführt wurde. Beim Bremsvorgang wurde dabei durch einen auf der Lokomotive angebrachten Dampfstrahlluftsauger in der durchgehenden Bremsleitung und damit auch oberhalb der Kolben der Fahrzeugbremszylinder ein Unterdruck erzeugt, so daß die Kolben durch den äußeren Luftdruck angehoben und die Bremsklötze nach Maßgabe der zu beiden Kolbenseiten bestehenden Druckdifferenz mit mehr oder minder großer Kraft an die Radreifen gepreßt wurden. 1877 gründete H. zur Weltauswertung seiner Bremspatente in London die Vacuum Brake Comp.

L.: Glasers Annalen für Gewerbe und Bauwesen, Bd. 13, 1883, H. 4; H.s Zweiwagenbremse, in: Exkursionsber. des Ver. dt. Maschineningenieure, 1883; Geschichte der Eisenbahnen der Österr.-Ung. Monarchie, 1898, Bd. 2, S. 458 (K. Gölsdorf, Lokomotivbau).
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 7, 1958), S. 187f.
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