Harras von Harrasowsky, Philipp (1833-1890), Jurist

Harras von Harrasowsky Philipp, Jurist. * Trnawka (Trnávka, Mähren), 13. 2. 1833; † Wien, 10. 6. 1890. Stud. an der Univ. Wien, 1859 Dr.jur., 1868 Priv. Doz. für zivilgerichtliches Verfahren an der Univ. Wien, 1868 Mitgl. (später Vizepräses) der judiziellen Staatsprüfungskomm. H. stand seit 1855 im Justizdienst, nach ausgezeichneter Richteramtsprüfung (1857) erst in Ofen und Gran, seit 1860 als k. k. Ratssekretär beim Landesgericht in Pest; 1863–83 war er im Wr. Justizmin. besonders mit Arbeiten zur Zivilprozeßreform beschäftigt, seit 1878 als wirklicher Ministerialrat; wirkte bis 1890 als Hofrat beim Obersten Gerichtshof. H. gehörte zu der langen Reihe österr. Justizbeamter, die sich in rastlosem Diensteifer vorzeitig verbrauchten. Ein bleibendes Verdienst erwarb er sich durch die aus dem Archiv des Justizmin. erfolgte Herausgabe der älteren Vorarbeiten zum österr. allg. bürgerlichen Gesetzbuch, des sogen. Codex Theresianus, nebst den Entwürfen Hortens und Martinis (mit Anmerkungen aus den Akten), zumal die Vorlagen, die er benützte, durch den Brand des Wr. Justizpalastes 1927 zum Teil vernichtet wurden.

W.: Grundzüge der Verlassenschaftsabhandlung, 1862; Geschichte der Codification des österr. Civilrechtes, 1868; Vorbereitung der mündlichen Verhandlung, 1875; Parteienvernehmung und Parteieneid, 1876; Rechtsmittel im Civilprozesse, 1879; Codex Theresianus und seine Umarbeitungen, 1883–86.
L.: Allg. österr. Gerichtsztg., 1890, S. 210.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 7, 1958), S. 191
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