Hartl, Hans (1858-1939), Mathematiker und Physiker

Hartl Hans, Mathematiker und Physiker. * Reichenberg (Liberec, Böhmen), 17. 5. 1858; † ebenda, 11. 10. 1939. Stud. an der Dt. Techn. Hochschule und an der Dt. Univ. in Prag Math. und Physik. Seit 1882 unterrichtete er an der Staatsgewerbeschule in Reichenberg, an die er nach kurzer Tätigkeit als Inspektor der gewerblichen Fortbildungsschulen in N.Ö. (1907) 1907 als Dir. zurückkehrte; 1913 i.R. 1911 Reichsratsabg., in den Umsturztagen 1918 Mitgl. der dt.-böhm. Landesregierung, 1925–28 gehörte er als Vertreter der Dt. Nationalpartei dem Senat an. Um den Unterricht in seinen Fächern machte er sich nicht nur durch seine weitverbreiteten Lehrbücher verdient, sondern auch durch viele von ihm erdachte und gebaute Versuchsanordnungen und Vorlesungsapparate, durch die er zu den Mitbegründern der Technik des modernen exakten Hörsaalversuches zählt.

W.: Die trigonometr. Auflösung des Dreieckes und der auf Dreiecke zurückzuführenden Figuren, 1890, 3. Aufl. 1907; Lehrbuch der ebenen Trigonometrie, 1890, 8. Aufl. 1941; Der Rechenwinkel, 1890; Lehrbuch der Planimetrie, 1896, 6. Aufl. 1942; Übungsbuch für den Unterricht in der Allg. Arithmetik und Algebra an Werkmeisterschulen, 1896, 4. Auf. 1922; Aufgaben aus der Arithmetik und Algebra, 1898, 5. Aufl. 1918; Einführung in die Wetterkunde, 1903, 3. Aufl. 1912; etc.
L.: Sudetendt. Monatshefte 1938, S. 380–82; Heimatkunde des Kreises Reichenberg, Sudetenland, Bd. IV/3, 1940, S. 237f.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 8, 1958), S. 193f.
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