Hauer, Johann Georg (1853-1905), Bibliothekar und Mundartschriftsteller

Hauer Johann Georg, Bibliothekar und Mundartdichter. * Sieding am Schneeberg (N.Ö.), 8. 11. 1853; † Wien, 9. 11. 1905. Besuchte das Gymn. in Wr. Neustadt, wollte Priester werden. Nach kurzem Noviziat im Stift Heiligenkreuz besuchte er die Univ. Wien. Hier stud. er klass. Philol., belegte aber auch Vorlesungen aus Türk., Arab., Italien., Sanskrit, Got., Althochdt. und Mittelhochdt. Hervorragendes Sprachtalent. 1890 Dr.phil. Zunächst Beamter im k.u.k. Reichskriegsmin., später Bibliothekar bei der statist. Zentralkomm.

W.: Edelweiß (Gedichte in niederösterr. Mundart), 1885; Der Pfeifer von der Sierning (Bauerntragödie), 1899; Herrisch und bäurisch (Volksposse), 1901; Weitere 8 Bühnenstücke nur im Manuskript abgefaßt: ’s Bodern sei’ Goaß (Bauernkomödie); ’s Landfieber (Volksstück); Der Köhlerthomerl (Volksstück); Der Erbneid (Volksstück); Der Almhof (Bauerntragödie); Der Johannistrieb (Bauernkomödie); Der Raubschütz (Volksstück); Der versetzte Herrgott (Volksstück).
L.: K. Bacher-K. Lugmayer-A. Pfalz-R. Plattensteiner, Dichtungen in niederösterr. Mundart, 1931, S. 25; F. Schön, Geschichte der Dt. Mundartdichtung, 3 Tle., 1931, S. 22 und 69; J. Hauer, Die Mundartdichtung Niederösterr., des Burgenlandes und Südmährens, Diss. Wien, 1936; Brümmer; Giebisch–Pichler–Vancsa; Kosch; Nagl-Zeidler- Castle 2, S. 612, 4, S. 1151; K. Bosek-Kienast, Heimatkünder, 1956, S. 55 ff.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 8, 1958), S. 211f.
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