Hausegger, Siegmund von (1872-1948), Dirigent und Komponist

Hausegger Siegmund von, Dirigent und Komponist. * Graz, 16. 8. 1872; † München, 10. 10. 1948. Besuchte die Univ. in Graz und bildete sich unter seinem Vater Friedrich v. H. (s. d.) in der Musikästhetik. 1895/96 Gastdirigent an der Grazer Oper, 1899 wurde er als Dirigent der Volkssymphoniekonzerte des Kaim-Orchesters nach München berufen, 1903–06 dirigierte er die Museumskonzerte zu Frankfurt a. M., seit 1910 die Philharmon. Konzerte zu Hamburg und die Symphoniekonzerte des Blüthner-Orchesters in Berlin. 1920 wurde H. zum Dir. (später Präs.) der Akad. der Tonkunst (heute Staatliche Hochschule für Musik) in München ernannt. Er leitete hier die Abonnementkonzerte des Konzertver. 1925 Dr.phil. h.c. der Univ. Kiel. Als Dirigent zeigte H. starkes Ethos und Pathos, als Komponist verkörperte er den Typus des neudt. Musikers.

W.: Opern: Helfried, 1890, Zinnober, 1898; Dionys. Phantasie für Orchester, 1899; Symphon. Dichtungen: Barbarossa, 1900, Wieland der Schmied, 1904. Eine Reihe von Männer- und gemischten Chören mit Orchester, Lieder und Orchestergesänge; Natursymphonie mit Schlußchor, 1911; Symphon. Variationen; Publ.: R. Wagners Briefe an Frau Julie Ritter, 1902; Alexander Bittner, ein Bild seines Charakters und Schaffens, 1907; Betrachtungen zur Kunst, gesammelte Aufsätze, 1921; Briefwechsel F. Hauseggers mit P. Rosegger;
L.: Die Presse vom 22. 10. 1948; Süddt. Monatshe., 1905, Bd. 1, S. 462–99; Z. für Musik, Jg. 101, 1934, H. 9, S. 909 ff.; Einstein; Moser; Riemann; E. L. Schellenberg, Das dt. Lied der Gegenwart, in: Weslermanns Monatshe., Jg. 58, 1913, H. 3.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 8, 1958), S. 217
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