Hauslab, Franz von (1798-1883), Kartograph, General und Maler

Hauslab Franz von, General, Kartograph und Maler. * Wien, 1. 2. 1798; † Wien, 11. 2. 1883. 1809 Schüler der Wr. Akad. d. bild. Künste, 1809–15 Zögling der Ing.-Akad., wurde 1816 dem Generalquartiermeisterstab für die Mappierung in Tirol zugeteilt, 1819 Lt. im Geniekorps und Prof. für Situationszeichnen und Terrainlehre an der Ing.-Akad., wo er die bis dahin nur in Frankreich geübte Methode der Terraindarstellung durch Schichtenlinien einführte und auch auf die Darstellung des Meeresbodens ausdehnte. 1825 entwarf er den ersten Zeichenschlüssel. 1827 arbeitete er an der geognost. Aufnahme des Erzberges in der Steiermark; 1828 in der Levante und der Gesandtschaft in Konstantinopel zugeteilt. 1830 nach Wien zurückgekehrt, wirkte er wieder an der Ing.-Akad. und hörte an der Univ. Wien Physik, Chemie, Mineral. und Botanik. 1834 kam er zum Hofstaat des Erzh. Carl und leitete den Unterricht der Erzh. Albrecht, Carl Ferdinand und Friedrich. Häufig in diplomat. Mission im Orient und in Rußland. 1843–48 war er der Lehrer Erzh. Franz Josephs, des späteren K.s, 1849 Feld-Art.-Dir. in Ungarn, Art.-Divisionär in Wien und 1858 als FML Gen.-Art.-Dir. 1868 i.R. Mitgl. des österr. Herrenhauses (1867), korr. Mitgl. der Akad. d. Wiss. in Wien, Mitgl. des Ver. für Landeskde. von N. Ö., der Ges. für Erdkunde in Berlin, der Geolog. Ges. zu Paris, des Gelehrtenausschusses des German. Mus. in Nürnberg und Ehrenmitgl. der Ges. der Ärzte in Wien. H. machte die Feldzüge 1815, 1848/49 und 1859 mit. Für die Siege bei Szöreg und Temesvár erhielt er das Ritterkreuz des Maria-Theresien-Ordens. H., Schüler Senefelders und Begründer einer neuen Flächen-Farben-Technik in der Kartographie nach dem Prinzip: je höher, desto dunkler für Landkarten, je tiefer, desto dunkler für Seekarten, hinterließ eine weltberühmte kartograph. Smlg.

W.: Landschaften, Porträts, Genreszenen und Panoramen in Lithographie, Aquarell und Zeichnung. Publ.: Über den Balkan und das östliche Serbien, in: Bull. Soc. géol. de France, 1832; Karte der Steiermark, 1832; Ung. Trachten, 1860; Über die charakterist. Kennzeichen der geschichtlichen Entwicklungsabschnitte der Kriegertracht des 16.– 19. Jhs., in: Österr. militär. Z. 1864, Bd. 4, S. 173–82; Über die Bodengestaltung in Mexiko und deren Einfluß auf Verkehr und milit. Angriffe und Verteidigung, ebenda, 1864, Bd. 4, S. 5–19; Elaborat über die wiss. bemerkenswerten Ergebnisse der geograph. Bearbeitung von Ariosts rasendem Roland, 1864, Manuskript; Prakt. Anleitung zur Vereinfachung des Farbendruckes für Stein- und Holzschnittdruck (mit H.schem Farbendreieck), K. A. Wien, 1869, Manuskript; Hypsometr. Reproduktionen von allen Globen aus der Smlg. H., 1879; Hypsometr. Übersichtskarte von Bosnien, der Herzegowina, von Serbien und Montenegro, 1:600.000, 1879; etc.
L.: Wr. Ztg. vom 12. 2., N.Fr.Pr. vom 13. 2. (mit Testament), Österr.-ung. Wehrztg. vom 14. 2., Allg. Militärztg. (Darmstadt) vom 14. 2., Militärztg. vom 16. 2. 1883; Archiv für die Art.- und Ing.-Off. des dt. Reichsheeres, 1883; Mitt. des k. k. österr. Mus. für Kunst und Industrie, Jg. 18, 1883, S. 337 ff.; Mitt. über Gegenstände des Art.- und Geniewesens, Jg. 14, 1883; Gatti; Hirtenfeld; Almanach Wien, 1883; Poggendorff 3; Thieme–Becker; Wurzbach; ADB; Petermanns Mitt. Bd. 30, 1884, S. 101; F. v. Bötticher, Malerwerke des 19. Jhs., 1, 1895; Mitt. der geograph. Ges. in Wien, Bd. 29, 1886; C. F. A. v. Lützow, Geschichte der Akad. in Wien, 1887; Exner, Gewerbe- und Erfindungen, Bd. 2, S. 263, 266 f.; Kosch, Das kath. Deutschland; Akten der Wr. Akad. d. bild. Künste, Protok. 7, p. 127; K.A. Wien.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 8, 1958), S. 221
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