Heidler von Heilborn, Karl (1792-1866), Balneologe

Heidler von Heilborn Karl, Balneologe. * Falkenau (Sokolov, Böhmen), 22. 1. 1792; † Prag, 13. 5. 1866. Stud. an der Univ. Prag Med., 1818 Dr.med. H. wirkte 1818–57 als erster landesfürstlicher Brunnenarzt des jungen Kurortes Marienbad mit großem Erfolg als Behandler zehntausender Kurgäste und als Forscher und Propagandist (u. a. für die Einführung von Moorbädern). Für die gesellschaftlichen Beziehungen Goethes zu Böhmen kam H., dem „gar verständigen, lieben jungen Mann“, seit dem ersten Marienbader Besuch des Dichters große Bedeutung zu. Beide unterstützten einander auch in ihren geolog. Forschungen. Nach Pagel war H. ein Anhänger der „naturphilosoph. Schule“.

W.: Über die Gasbäder in Marienbad, 1817; Etwas über Gasbäder, in: Österr. med. Jb., Bd. 5, 1819; Ideen zur Errichtung einer Moorbadeanstalt in Marienbad, 1820; Allg. Regeln für Kranke bei dem Gebrauch eines Gesundbrunnens oder Heilbades etc., 1826; Über Lähmungen, in: Hufelands Journal der Heilkunde, Bd. 67, 1828; Über die Schutzmittel gegen die Cholera, 1832, 1854; Krampf und Krämpfe, 1832; Die böhm. Kurorte, 1864; etc.
L.: Hirsch; Pagel; Wurzbach; ADB; Einunddreißig Briefe von Goethe, in: Goethe- Jb., Bd. 4, 1883; Festschrift für den Dt. Naturforschertag, Bd. 2, 1902; J. Urzidil, Goethe in Böhmen, 1932; Aus Goethes Marienbader Tagen, Festschrift der Stadt Marienbad, 1932.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 8, 1958), S. 243f.
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