Heinricher, Emil (1856-1934), Botaniker

Heinricher Emil, Botaniker. * Laibach, 14. 11. 1856; † Innsbruck, 13. 7. 1934.  Stud. an der Univ. Graz, 1879 Dr.phil., bis 1888 Ass. H. Leitgebs, 1882 Priv. Doz. für Botanik, 1889 ao., 1891 o. Prof. der Botanik an der Univ. Innsbruck, wo er auch dem botan. Garten vorstand, den er vor allem durch Schaffung einer physiolog.-biolog. Abt. ausbaute. Nach Räumung des alten Gartens leitete er später die Neuanlage in Hötting und den Neubau des botan. Inst., das 1912 bezogen werden konnte. 1928 i.R. Von H.s physiolog. Arbeiten seien die über Licht- und Substratwirkung auf die Samenkeimung hervorgehoben, von den morpholog. die Entdeckung der rindenständigen Gefäßbündel im Stengel der Centaureen, des isolateralen Blattbaues bei heim. Gewächsen stark besonnter Standorte, der Speichertracheiden im Mesophyll von Dicotylen trockenen Standortes und der heute als Myrosinzellen bezeichneten Gewebeelemente der Cruciferen. Sein eigentliches Arbeitsgebiet fand H. nach einer ersten, durch anatom. und entwicklungsgeschichtliche Arbeiten gekennzeichneten Arbeitsperiode im Stud. der parasit. Samenpflanzen, deren bester Kenner er wurde und zu deren Entwicklungsgeschichte, Biol., Anatomie und Physiol. er wichtige, viele bis dahin unbekannte Einzelheiten aufhellende Arbeiten verfaßte, zum Teil auch auf Grund von Stud., die er 1903/04 auf Java durchführte. Besonders eingehend befaßte er sich mit der Schuppenwurz und den Mistelarten. Andere Arbeiten H.s sind der Variation und der Vererbung gewidmet. Korr. Mitgl. der Akad. d. Wiss. in Wien.

PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 8, 1958), S. 250
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