Hempel, (Sebastian) Josef von (1800-1871), Maler

Hempel (Sebastian) Josef von, Maler. * Wien, 9. 2. 1800; † Tokod b. Gran (Esztergom, Ungarn), 2. 9. 1871. Stud. an der Wr. Akad. d. bild. Künste bei Redl, ging 1821 nach Florenz, dann nach Rom, wo er sich dem Kreise der Nazarener anschloß. Während Overbeck sein Lehrmeister in der Malerei war, erhielt er seine musikal. Ausbildung bei Monsignore Baini, dem Dir. der Sixtin. Kapelle. Wanderungen und Reisen führten ihn bis Süditalien, erst 1825 kehrte er nach Wien zurück, wo er bei Schlegel Phil. hörte und daneben Physik und Botanik trieb. 1827 trat H. zur kath. Kirche über. 1832 erwarb er die Herrschaften Kattau und Missingsdorf (N.Ö.), verkaufte diese aber 1839 wieder, zog zuerst nach Wien und dann nach Klagenfurt. Hier gründete er eine Zeichenschule, wo er unentgeltlich Unterricht erteilte, arme Studierende unterstützte und auch ein Taubstummeninst. ins Leben rief. Nach Aufenthalten in Bozen und (seit 1859) in Kroatien, zog er sich ganz nach Gran zurück, wo er sich wegen eines Augenleidens nur mehr schriftsteller. Arbeiten widmete. Da er vermögend war, schenkte er manche seiner etwas inhaltsleeren Altarbilder verschiedenen Kirchen. H.s Bedeutung liegt darin, die nazaren. Kunstrichtung in die Alpenländer gebracht zu haben.

W.: Hochaltar in Kattau (N.Ö.), 1837; in Wien: Altarbilder in der Paulaner-, Redemptoristinnen-, Minoritenkirche; etc.
L.: Grazer Tagespost vom Juni 1921; W. Kozurik, Der Nazarener J. Ritter von H., Diss. Graz 1924; Neue Bll.für Gemäldekde., Jg. 1, 1922; Der Cicerone, Jg. 17, 1925; Mitt. der Ges. für vervielfältigende Kunst, Beilage der Graph. Künste, Jg. 48, 1925; Die Kunstdenkmäler Kärntens 8, 1933, S. 1013; K. Ginhart, Wr. Kunstgeschichte, 1948; Thieme–Becker; Wurzbach; Geschichte der Stadt Wien, N.R. 7/2, 1955; A. Missong, Hl. Wien, 1948, S. 152.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 8, 1958), S. 271
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