Hepperger zu Tirschtenberg und Hoffensthal, Hans von; Ps. Hans von Hoffensthal (1877-1914), Schriftsteller und Neurologe

Hepperger zu Tirschtenberg und Hoffensthal Hans von, Ps. Hans von Hoffensthal, Neurologe und Dichter. * Oberbozen (Südtirol), 16. 8. 1877; † Bozen (Südtirol), 7. 12. 1914. Sein Vater Anton v. H. war ein Vetter des Folgenden; 1902 Dr.med., wirkte als Nervenarzt. H. behandelte vorwiegend frauliche, heikle erot. und med. Probleme mit tiefer Einfühlung in die weibliche Psyche und mit für die damalige Zeit seltenem Freimut. Manche seiner Werke tragen Zeichen der Dekadenz des „fin de siècle“, sie zeigen iron. Schattenseiten der Bozner Bürger-Philister- und Adelswelt auf, über allem aber strahlt in naturhafter Reinheit die Landschaft Südtirols, besonders des Ritten und der Bozner Berge. Der geliebten, bis dahin vom modernen Verkehr noch unberührten Idylle sagt er anläßlich der Eröffnung der Rittnerbahn (1907) in seinem eleg. „Abschied vom Ritten“ ein ergreifendes Lebewohl. Von seinem Lungenleiden suchte H.als Schiffsarzt des Österr. Lloyd auf einer Seereise nach China, Japan und Indien vergebens Heilung.

W.: Romane: Helene Laasen, 1906; Das Buch vom Jäger Mart, 1908; Lori Graff, 1909; Das dritte Licht, 1911; Marion Flora, 1914; Moj, 1914; Novellen: Hildegard Ruhs Haus, 1910; Das Herz im Walde, 1915; etc.
L.: N.Fr.Pr. vom 10. und 16. 12. 1914; D. Steinegger, H. v. H., Diss. Innsbruck, 1936; A. v. Trentini, Vorwort zu „Das Herz im Walde“, 1915; K. Paulin, Tiroler Köpfe, 1953; Brümmer; Giebisch–Pichler–Vancsa; Nagl–Zeidler–Castle, s. Reg.; R. Granichstaedten- Czerva, Bozener Kaufherren, 1931, S. 61–63; Der Schlern, 1924, S. 366; Dt. Arbeit 15, 1915/16, S. 214 ff.; Österr. Rundschau, Bd. 42, 1915, S. 134–38; Fischer 1, S. 646.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 8, 1958), S. 276f.
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