Herbert-Kerchnawe, Ernst (1842-1907), Techniker und Industrieller

Herbert-Kerchnawe Ernst, Techniker und Industrieller. * Klagenfurt, 30. 5. 1842; † Lussin piccolo (Mali Lošinj, Jugoslawien), 23. 1. 1907. Techn. Hochschule Graz; trat dann in die Bleiweißfabriken Franz Paul H.s (s. d.) ein, wo er bald techn. Dir. und Adoptivsohn des Besitzers wurde. Er verbesserte neuerlich den Erzeugungsgang des Bleiweißes, indem er 1870 das von ihm entwickelte Dampfkammerverfahren einführte. Zugleich schuf er bessere gesundheitliche Bedingungen für die Arbeiter und beschäftigte sich auch mit Gewerbehygiene. Von ihm angefertigte graph. Darstellungen und Modelle der verbesserten Anlagen fanden 1889 bei der ersten dt. Arbeiter-Wohlfahrts- und Unfallverhütungsausst. in Berlin volle Anerkennung. 1880 übernahm H. die Fa., in welche 1889 die Erben der Schwester Franz Paul H.s eintraten. Nach dem Übergang der Bleiweißfabriken an die Bleiberger Bergwerksunion (1900) gehörte H. bis zu seinem Tode deren Verwaltungsrat an. H. war Mitgl. des Kärntner Landtages und mehrere Jahre Bürgermeister von Wolfsberg, als welcher er sich große Verdienste um den Bau der Lavanttaler Bahn erwarb.

W.: Die Bleiweiß-Fabrication in Österr., 1898.
L.: Klagenfurter Ztg. vom 31. 1. und 5. 2. 1907; E. Herbert-Kerchnawe, Die Bleiweiß-Fabrication in Österr., 1898, S. 15 ff.; Großind. Österr., Bd. 5, S. 426; F. Sedlacek, Das Werden des Kärntner Bleiweißverfahrens, in: Bll. für Techn. Geschichte, H. 5, 1938, S. 90 f.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 8, 1958), S. 279
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