Heyl, Johann Adolf (1849-1927), Heimatforscher und Lehrer

Heyl Johann Adolf, Schulmann und Heimatforscher. * Brixen (Südtirol), 11. 2. 1849; † Innsbruck, 13. 5. 1927. Sohn eines aus Berlin eingewanderten Kupferschmiedes; wuchs in Armut und Kränklichkeit auf, stud. an der Univ. Innsbruck, wirkte dann als Mittelschullehrer für Dt. und Geschichte in Feldkirch, Mähr. Trübau, Bozen, schließlich an der staatlichen Lehrerinnenbildungsanstalt in Innsbruck und leitete noch im Ruhestand ab 1905 die private Lehrerinnenbildungsanstalt der Barmherzigen Schwestern. Seinen Lebensgang schilderte H. etwas schrullig-schulmeisterlich in drei Bändchen „Auf stürm. Fahrt“, seine übrigen Veröffentlichungen sind hauptsächlich archival. Stud. über Tirol. Er gab tirol. Sagen heraus, die er zumeist selbst dem Volke abgelauscht und zum Teil lautgetreu in ihrer Mundart aufgezeichnet hatte.

W.: Das Gerichtswesen und die Ehehafft-Taidinge des Gerichtes zum Stein auf dem Ritten, 1883/84, 2. Aufl. 1891; Gestalten und Bilder aus Tirols Drang- und Sturmperiode, 1890; Zehn Jahre unter der roten Flagge. Ein Beitrag zur Geschichte der Volksschule in Tirol und Vorarlberg, anonym, gem. mit E. Wieder, 1891; Heimatglocken, Gedichte aus den Tiroler Bergen, 1893; Volkssagen, Bräuche und Meinungen aus Tirol, 1897; Auf stürm. Fahrt, Bilder und Geschichten für die reifere Jugend und das Volk aus dem Leben eines dt. Tirolers, 2 Bde. in 3 Tln., 1903; Johann Schill (Ps.), Was ist Wahrheit? Briefe an eine junge Dame, 1910; hist. Beiträge in Tiroler Ztgn. und Z.
L.: Innsbrucker Nachrichten 1893, n. 85; N. Tiroler Stimmen 1903, n. 161; Tiroler Anzeiger vom 16. 5. 1927; Dolomiten vom 23. 2. 1949; Der Schlern 30, 1956, S. 148/49; Brümmer; Nagl–Zeidler–Castle 4, S. 1297; Kosch, Das kath. Deutschland.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 9, 1959), S. 310
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