Hibler, Emanuel von; eigentl. Hibler zu Lebmannsport (1865–1911), Anatom

Hibler Emanuel von, eigentl. Hibler zu Lebmannsport, Anatom. Geb. Lienz (Tirol), 15. 12. 1865; gest. Innsbruck (Tirol), 23. 6. 1911 (begraben: Lienz); röm.-kath. Sohn des Gutsbesitzers Eduard Hibler zu Lebmannsport (1827–1903) und der Sophie Hibler zu Lebmannsport, geb. Mutschlechner (1838–1924). – Nach dem Besuch der Gymnasien in Brixen und Hall in Tirol, wo er 1886 die Matura ablegte, studierte H. ab 1887 Medizin an der Universität Innsbruck; 1892 Dr. med. Bereits vor seiner Promotion erhielt er eine Assistentenstelle bei →Gustav Pommer am Pathologisch-anatomischen Institut der Universität Innsbruck; 1899 Privatdozent. 1909 ao. Professor für pathologische Anatomie, lehrte er insbesondere über Infektionskrankheiten. Kurz vor seinem Tod – durch eine in Ausübung seines Berufs zugezogene Streptokokkeninfektion – übernahm er die Leitung einer am Institut eingerichteten bakteriologischen Untersuchungsstelle. H. genoss v. a. als Bakteriologe über die Landesgrenzen hinaus einen ausgezeichneten Ruf. Unter seinen zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen wurde das Werk „Untersuchungen über die pathogenen Anaeroben“ (1908) als grundlegende Forschungsarbeit anerkannt. Außerdem verdankt ihm die Fachwelt neue Erkenntnisse über die Erreger des Tetanus, des Rauschbrands und des malignen Ödems, worüber er auch Beiträge für das von Wilhelm Kolle und August von Wassermann herausgegebene „Handbuch der pathogenen Mikroorganismen“ (1912) verfasste.

Weitere W.: Ueber das konstante Vorkommen von Spaltpilzeinschlüssen in den Zellen bei Eiterungsprozessen des Menschen …, in: Centralblatt für Bakteriologie, Parasitenkunde und Infektionskrankheiten 19, 1896; Über die Differentialdiagnose der pathogenen Anaerobien, in: Verhandlungen der Deutschen pathologischen Gesellschaft 9, 1905; Bakteriologischer Bericht über drei Fälle von Zerebrospinalmeningitis, in: WKW 20, 1907; Zur Kenntnis der anaeroben Spaltpilze und deren Differentialdiagnose …, in: Berichte des naturwissenschaftlich-medizinischen Vereines in Innsbruck 32, 1910; Ein primärer mehrherdiger Echinococcus multilocularis (alveolaris) des Gehirns, in: WKW 23, 1910.
L.: Innsbrucker Nachrichten, 23., 24. 6. (Parte), 7. 7., 28. 10. 1911; Lienzer Zeitung, 1. 7. 1911, 14. 10. 1913 (mit Bild); Tiroler Tageszeitung, 21. 8. 1992; F. Hölbing – W. Stratowa, 300 Jahre Universitas Oenipontana, 1970, S. 178 (mit Bild); 750 Jahre Stadt Lienz 1242–1992, bearb. M. Pizzinini – C. Sporer-Heis, Lienz 1992, S. 177 (Kat.); Pfarre St. Andrä, Lienz, Tirol; Mitteilung Gertrud Porth, Innsbruck, Tirol.
(M. Pizzinini)   
Zuletzt aktualisiert: 25.11.2016  
PUBLIKATION: ÖBL Online-Edition, Lfg. 5 (25.11.2016)
1. AUFLAGE: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 9, 1959), S. 311
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