Hieser, Otto (1850-1892), Architekt

Hieser Otto, Architekt. * Wien, 24. 5. 1850; † Hallstatt (O.Ö.), 8. 2. 1892. Begleitete seinen Vater, den Architekten Josef H. († 1867), 1867 zur Errichtung der österr. Abt. der Weltausst. nach Paris, wo er Schüler der Académie des Beaux Arts war. Nach seiner Rückkehr nach Wien arbeitete er bei den Architekten K. Tietz und L. v. Zettl, machte sich 1873 selbständig, war auch für die Wr. Weltausst. tätig und ging auf eine Studienreise nach Italien. H. schuf dann Villen und Wohnhausbauten, widmete sich besonders der Dekoration und dem Kunstgewerbe und war in Zusammenarbeit mit dem befreundeten Bildhauer H. Natter an dessen Denkmälern beteiligt. 1889 wurde er von Fürst Wilhelm v. Hanau zum Baurat ernannt.

W.: Obergymn. Bludenz, 1884; Stephaniebrücke über den Donaukanal, Wien, 1884–86 (1945 zerstört); Hotel Seeauer, Hallstatt, 1885/86; Pavillon für Gewerbeausst. in Prag, 1890; Schlösser und Villen (Harnoncourt im Wr. Prater) sowie Wohnhäuser und Mausoleen in Wien, Baden etc.; Sockel des Walther-v.-d.-Vogelweide-Denkmals in Bozen und des Haydn-Denkmals in Wien VI, 1887; preisgekrönte Entwürfe für das Landhaus in Lemberg, 1877, für das Mus. in Linz, 1878; etc.
L.: L. Hevesi, Österr. Kunst im 19. Jh., 1903; P. Kortz, Wien am Anfang des 20. Jh., Bd. 2, 1906; L. Speidel, Wr. Frauen, 1910, S. 167 ff.; Bodenstein; Eisenberg; Thieme–Becker; R. Schmidt, Das Wr. Künstlerhaus 1861–1951, 1951.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 9, 1959), S. 314
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