Hilber, Vincenz (1853-1931), Geologe

Hilber Vincenz, Geologe. * Graz, 29. 6. 1853; † Graz, 19. 11. 1931. Stud. an den Univ. Graz (1877 Dr.phil.) und Straßburg. Seit 1878 Volontär der Geolog. Reichsanstalt in Wien, war er 1879–84 bei der geolog. Landesaufnahme in Galizien tätig. In Graz, wo er sich 1880 habilit. hatte, wurde er 1890 tit. ao. Prof., 1898 ao. Prof., 1912 o. Prof. für Geol. und Paläontol., 1924 i.R. Große Verdienste erwarb er sich um die geolog. Abt. des Joanneums in Graz, die er von ihrer Gründung bis zu seinem Tode leitete. Im Auftrag der Akad. d. Wiss. in Wien machte er 1893–95, 1899 und 1900 Studienreisen nach Griechenland, Epirus und Mazedonien. Das steir. Jungtertiär, das er auch für die Kartenbll. Köflach–Voitsberg und Graz der Geolog. Bundesanstalt aufnahm, war sein Hauptarbeitsgebiet, insbesondere die Grunder Schichten und das Sarmat. Daneben behandelte er auch allgemeine Fragen der Talbildung (asymmetr. Täler, Taltreppe). In den letzten zwei Jahrzehnten seines Lebens widmete er sich der steir. Urgeschichte, u.a. gelang ihm die Auffindung eines jungsteinzeitlichen Menschen bei Peggau.

W.: Miocänschichten in Stmk., in: Jb. der Geolog. Reichsanstalt 27, 1877, 28, 1878, 31, 1881; Geolog. Stud. im ostgaliz. Miocän, ebenda, 32, 1882; Das Tertiärgebiet um Graz, Köflach und Gleisdorf, ebenda, 43, 1893; Taltreppe, 1912; Urgeschichte Stmks., in: Mitt. des Naturwiss. Ver. für Stmk. B. Wiss. Abh., Bd. 58, 1922; etc. Vgl. CSP, 10, 15 und Kukula 1892. Schriftenverzeichnis liegt in der Steiermärk. Landesbibl. auf.
L.: Mitt. der Geolog. Ges. Wien 24, 1931, S. 151–53; Verhdlg. der Geolog. Bundesanstalt 1931, S. 241 f.; Mitt. des Naturwiss. Ver. für Stmk. 69, 1932, S. 87–89; Das steiermärk. Landesmus. Joanneum und seine Smlgn., 1911, S. 147, 156, 197, 200, 203; Botanik und Zoologie in Österr.; Poggendorff 4–6, 7a; Kosch, Das kath. Deutschland; Kürschner, Gel.-Kal. 4, 1931.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 9, 1959), S. 314f.
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