Hilgenreiner, Karl (1867-1948), Theologe, Soziologe und Politiker

Hilgenreiner Karl, Theologe, Soziologe und Politiker. * Friedberg (Hessen), 22. 2. 1867; † Wien, 9. 5. 1948. Seit seiner Kindheit in Böhmen, 1885–92 Stud. in Rom (Gregoriana, Germanicum), 1891 Priesterweihe, 1899 ao. Prof. für Kirchenrecht und christliche Gesellschaftslehre an der Dt. Univ. Prag, 1905 o. Prof. für Moraltheol., 1936/37 Rektor. 1919 Mitgründer der Dt. christlichsozialen Volkspartei in der Tschechoslowakei, 1927 deren Reichsobmann, seit 1920 Senator der Republik. Päpstlicher Hausprälat, Mitgl. des Allerheiligenkapitels am Hradschin. Als Redner, Publizist und Organisator unter den Sudetendt. führend in der kath. Bewegung („Bonifatiusver.“ u. a.); Redner auf ausländ. kath.Kongressen. 1944–46 in dt. und tschech. Haft, 1946–47 Mitarbeit an der Wr. kath.Akad.

W.: Die kirchliche Vorzensur und das Partikularrecht, 1901; Zur Frage dt. Bistümer in Böhmen (anonym), 2. Aufl. 1902; Die röm. Frage nach dem Weltkrieg, 1915; Hrsg.: seit 1917: Bonifatiuskorrespondenz (nach 1920: Katholiken-Korrespondenz). Ein Zeitenwächter für gebildete Katholiken, Plaudereien an böhm. Kaminen, unter dem Ps. G. Anders; Christlichsoziales Partei- und Gemeindeprogramm; Mithrsg.: Kirchliches Handlex. (1904–12), Fachleiter bei dem Lex. für Theol. und Kirche (1929–38).
L.: Lebenserinnerungen, in: Kath. Korrespondenz 32, 19, 1938; Mitt. der Wr. kath. Akad. 4, F. 2, 1953, S. 4–7; Kosch, Das kath. Deutschland; Wer ist’s? 1935.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 9, 1959), S. 316
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