Hinterlechner, Karl; Ps. Posazavsky (1874-1932), Geologe

Hinterlechner Karl, Ps. Posazavsky, Geologe. * Laibach, 31. 5. 1874; † Laibach, 25. 10. 1932. Stud. an der Univ. Wien Mineral., Petrographie und Geol.; 1899 Dr.phil. 1898–1900 Ass. am mineralog. und geolog. Inst. der Dt. Techn. Hochschule Brünn, begann er bereits damals als Volontär der Geolog. Reichsanstalt in Wien, der er dann 1900–18, zuletzt als Chefgeol., angehörte, mit geolog. Kartenaufnahmen, indem er die kristallinen Bereiche auf dem Kartenbl. Reichenau-Tinischt bearbeitete. Mit der Kartierung der ostböhm. kristallinen Gebiete betraut, nahm er die Kartenbll. Deutschbrod und Iglau auf sowie die nicht mehr zum Druck gelangten Bll. Datschitz-Mähr. Budwitz, Časlau-Chrudim, Kuttenberg-Kohljanowitz und Ledeč-Vlašim; auch die Arbeit am Bl. Ybbs blieb unvollendet, doch erschienen als Resultat dieser Arbeit Abh. über den Melker Bruch als Fortsetzung der Boskowitzer Furche und über den Einfluß der alpinen Faltung auf das Bruchsystem am Südrand der Böhm. Masse. Zahlreiche Arbeiten H.s galten gesteinskundlichen Untersuchungen (Nephelintephrit des Kunětitzer Berges und seine Einschlüsse, Basaltgesteine Ostböhmens, petrograph. Beschaffenheit des westböhm. Kambriums, Granite und Gneise Ostböhmens etc.) und brachten wertvolle Ergebnisse in stratigraph. und tekton. Fragen. Kriegswirtschaftliche Gründe führten zur Bearbeitung der Antimonitlagerstätten von Maltern (N.Ö.), Schlaining (Burgenland) und Trojana (Krain) und der Blei-Quecksilbervorkommen von Knapovže (Krain). Seit 1919 o. Prof. für Geol., Mineral. und Lagerstättenkunde an der neugegründeten Univ. Laibach, widmete er seine ganze Arbeitskraft dem Auf- und Ausbau seines Inst. 1924/25 Rektor. Mitgl. zahlreicher gel. Ges.

W.: Beiträge zur Kenntnis der geolog. Verhältnisse Ostböhmens, in: Jb. der Geolog. Reichsanstalt in Wien 1900, 1904; Über die petrograph. Beschaffenheit einiger Gesteine des westböhm. Cambriums, ebenda, 1902; Geolog. Verhältnisse im Gebiet des Kartenbl. Deutschbrod, ebenda, 1907; Über Eruptivgesteine aus dem Eisengebirge in Böhmen, ebenda, 1909; Über die alpinen Antimonitvorkommen, ebenda, 1917; Granitit als Einschluß im Nephelin-Tephrit des Kunětitzer Berges bei Pardubitz, in: Verhdlg. der Geolog. Reichsanstalt, 1901; Über metamorphe Schiefer aus dem Eisengebirge in Böhmen, ebenda, 1910; Über Schollenbewegungen am südlichen Rande der böhm. Masse, ebenda, 1912; Über Schieferinjektionen aus dem Gebiete der Spezialkartenbll. Krems und Horn, ebenda, 1917; Mineralogija za nižje razrede srednjih šol in za enake zavode (Mineral. für die Unterstufe der Mittelschulen und für ähnliche Institutionen), 1903; etc.
L.: Verhdlg. der Geolog. Bundesanstalt, 1932, S. 147–49; Věstník stát. geol. Ustavu Čsl. Rep. 8, 1932 (mit Werksverzeichnis); Geografski věstník, Jg. 8, 1932, S. 146–48; Časopis Musea Království Českého 109, 1933, S. 1*–4*; F. Slavik, K. H., 1933 (mit Werksverzeichnis); Zgodovina slovenske univerze Ljubljana (Geschichte der slowen. Univ. Laibach), 1929 (mit Werksverzeichnis); SBL 1; Nar. Enc. 1; Otto 28, Erg. Bd. II/2.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 9, 1959), S. 323f.
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