Höchle, Leopold (Josef Anton) (1791-1864), Ordensangehöriger

Höchle Leopold (Josef Anton), O. Cist., Abt. * Klingnau (Kt. Aargau, Schweiz), 28. 10. 1791; † Mehrerau (Vorarlberg), 23. 5. 1864. Besuchte die Lateinschule der Mönche von St. Blasien in Klingnau und legte 1810 in der Zisterzienserabtei Wettingen bei Baden, Schweiz, die Ordensgelübde ab. 1815 Priesterweihe. Anschließend betätigte er sich u.a. 1818 als Stiftskantor und Kapellmeister, 1820–25 als Pfarrer von Wettingen und als Beichtvater im Zisterzienserinnenkloster Gnadenthal (Aargau), 1840 Abt von Wettingen. Wenige Monate später mußte er seine Abtei verlassen, da sie am 13. 1. 1841 gewaltsam aufgehoben wurde. 1842 versammelte er einen Teil des Konventes im Schloß Buonas (Zugersee) und 1845 im ehemaligen Franziskanerkloster Werthenstein, Kt. Luzern, wurde jedoch 1847 durch die Sonderbundwirren vertrieben. Eine neue klösterliche Heimstätte fand er schließlich in dem 1806 aufgehobenen Benediktinerstift Mehrerau bei Bregenz. Hier nahm am 18. 10. 1854 der Konvent Wettingen unter Führung H.s das klösterliche Leben wieder auf. 1854 konnte er in der Mehrerau eine Gymnasial-Lehranstalt in Verbindung mit einem Konvikt und für die Ordensjugend eine phil.-theolog. Hauslehranstalt eröffnen, die beide noch heute bestehen. Es ist H.s bleibendes Verdienst, trotz bitterer Erfahrungen den Gedanken an den Weiterbestand des Konventes von Wettingen festgehalten und in der Mehrerau glücklich verwirklicht zu haben. Er hinterließ eine 25 Folioseiten umfassende Denkschrift über die letzten Tage von Wettingen (Archiv Mehrerau).

L.: D. Willi, Album Wettingense, 2. Aufl. 1904, S. 176 f.; G. Müller, Der Konvent Wettingen vom 13. Januar 1841 bis zum 18. Oktober 1854, 2. Aufl. 1927; 100 Jahre Zisterzienser in Mehrerau, in: Mehrerauer Grüße, N.F. 1, Sommer 1954, S. 31 ff., 47 ff.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 9, 1959), S. 348
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