Höger, Karl (1847-1913), Politiker und Buchdrucker

Höger Karl, Buchdrucker und Politiker. * Wien, 3. 10. 1847; † Wien, 17. 10. 1913. Gelernter Buchdrucker; vielfacher Obmann in den Berufsvereinigungen, 1890 Gründer des Sängerbundes „Freie Typographia“, für welchen er den Komponisten des „Liedes der Arbeit“, J. Scheu, als Chormeister gewann. 1907–11 Reichsratsabg. H., ein viel begehrter Versammlungsredner, der sich die Verbesserung der Lebenshaltung seiner Berufskollegen durch 40 Jahre in allen Organisationen und Vertretungskörpern angelegen sein ließ, setzte sich stets für Verkürzung der Arbeitszeit, für Verbesserung der Lehrlingsausbildung, für menschliche Behandlung der Arbeiter in den Betrieben und für die Erhöhung des Wochenlohnes ein. 1877–83 Redakteur des „Vorwärts“, dann bei der „Volkstribüne“, wo er mit vielen Aufsätzen und Leitartikeln vertreten war.

W.: Michael Denis, biograph. Gedenkbl., 1879; Aus eigener Kraft. Die Geschichte eines österr. Arbeiterver. seit 50 Jahren, 1892; Die Lebensmitteltheuerung, in: Wr. Polit. Volksbibl., H. 3, 1892; Die typograph. Phänomene. Versuch einer Geschichte der Setzmaschinen, 1897; etc.
L.: Arbeiterztg. vom 18., 19. und 20., Volkstribüne vom 22. 10. 1913; Vorwärts, Jg. 47, 1913, S. 205f., 214, 221, 227f., 232, 235, 241f.; K. Stift-A. Wieser, K. H., Denkschrift zum 28. 9. 1913, 1913; Uhlirz, s. Reg.; L. Brügel, Geschichte der österr. Sozialdemokratie, 5 Bde., 1922–25, s. Reg.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 9, 1959), S. 356f.
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