Hörmann von Hörbach, Angelika (Emilie); geb. Geiger (1843-1921), Schriftstellerin

Hörmann von Hörbach Angelika (Emilie), geb. Geiger, Dichterin. * Innsbruck, 28. 4. 1843; † Innsbruck, 23. 2. 1921. Tochter des Univ. Prof. Dr. Mathias Geiger (1802–58) aus Fiß im Oberinntal, der es vom Hirtenknaben zum Prof. der Finanzgesetzkde. an der Univ. Innsbruck gebracht hatte, und der Henriette, Tochter des Gubernialvizepräs. Robert Frh. v. Benz-Albkron. Seit 1865 Gattin des Folgenden; Mutter des Kirchenrechtslehrers Walther H. v. H. (s. d.). Schon im Vaterhaus mit literar. Strömungen vertraut, trat sie 1863 unter dem Dichternamen „Angelika“, den sie fortan beibehielt, im Almanach „Frühblumen aus Tirol“ mit lyr. Proben, von denen einige vertont wurden, vor die Öffentlichkeit. Neben romant. Erzählungen veröffentlichte sie mehrere Gedichtbde. und Versepen, die sie zur ersten zeitgenöss. Dichterin Tirols machten. „Schlicht und einfach, ohne jeden rhetor. Prunk, zart, tieffühlend, manchmal glühend, fand sie in dem scheinbar engen Kreise ihres Daseins eine Fülle von Motiven, die sie künstler. verwertet“ (A. Pichler). Kranewitter bezeichnete sie in seiner Grabrede „als die erste Frau Tirols von wahrhaft nationaler Empfindung“.

W.: Die neue Mühle (Dorfgeschichte), 1866, 2. Aufl. unter dem Titel: Die Trutzmühle, 1897; Das Nähmädchen (Erzählung), 1872; Die Saligen (Versepos), 1875; Oswald von Wolkenstein (Versepos), 1890; Lyrik: Grüße aus Tirol, 1869; Neue Gedichte, 1893; Auf stillen Wegen, 1907.
L.: N.Fr.Pr. vom 23. 4., 26. 4. und 1. 5. 1903; R. Steinegger, A. v. H., Diss. Innsbruck, 1938; A. Pichler, Gesammelte Werke, Bd. 12, 1908, S. 290; A. Sonntag, A. v. H. Eine dt. Dichterin in Tirol, 1906; Giebisch–Pichler–Vancsa; Nagl–Zeidler–Castle 4, s. Reg.; Lex. der Frau; Kosch, Das kath. Deutschland; Wer ist’s? 1908.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 9, 1959), S. 366
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