Hörmann, Leopold (1857-1927), Mundartschriftsteller und Literaturkritiker

Hörmann Leopold, Mundartdichter und Literaturkritiker. * Urfahr b. Linz a. d. Donau, 26. 10. 1857; † Linz a. d. Donau, 19. 6. 1927. Er besuchte zunächst eine Zeichenschule in Linz, erlernte 1870–75 in Wien das Bildhauergewerbe und war anschließend bis 1887 Bildhauer in Linz. Während dieser Linzer Zeit war er als Schriftsteller und Theaterkritiker am Linzer „Morgenblatt“ tätig. 1888 übersiedelte er nach Wien und war hier bis 1915 Beamter des „Ersten allgemeinen Beamtenvereines der österr.-ung. Monarchie“. Er trat mit dem „Ver. der Literaturfreunde“ in Verbindung und leitete 1891–1920 die „Wiener Mitteilungen literar. Inhalts“ (hrsg. von der Hofbuchhandlung R. Lechner am Graben). In dieser Zeit schrieb H. die meisten und besten krit. Aufsätze (vor allem über Mundartdichtung) für die verschiedenen Wr. Tagesbll. Er war mit den größten Mundartdichtern seiner Zeit befreundet. 1915 i. R., übersiedelte er wieder nach Linz. Nach dem Ersten Weltkrieg war er noch Magistratsbibliothekar in Linz. Die Stadt Linz widmete ihm ein Ehrengrab.

W.: ’s Nullerl. Gedicht in oberösterr. Mundart (Zettelgedicht), 1885, 2. Aufl. 1885, 3. Aufl. 1885; Schneekaderln und Himmelschlüssln. Lieder in oberösterr. Mundart, 1886; Neue Lieder und Gedichte in oberösterr. Mundart, 1887; Im Lodenrock. Allerlei in Mundart und Schriftsprache, 1890; Gut aufg’legt. Neue G’schichten und Gedicht’ln, 1895; Biograph.-krit. Beiträge zur österr. Dialektliteratur, 1895; Im Gebiete der II. K.-Franz-Josefs-Hochquellenleitung, 1901; Geht’s mit auf d’ Rax! Bergfrohe G’sang’ln und a D’raufgab’ lustige Vortragsstück’ln in der Volksmundart, 1904, 2. Aufl. 1904, 3. Aufl. 1904; Hört’s zua a weng! Eine Auswahl ernster und heiterer Vortragsstücke in der Volksmundart, 1905, 2. Aufl. 1905; Hört’s zua a weng! Neue Folge. Gedichte in oberösterr. Volksmundart, 1911; Franz Stelzhamer. Ausgewählte Werke, hrsg. von L. H., 2 Bde., 1912; Für an’ iad’n was. Neueste Gedichte in oberösterr. Mundart, 1918, 2. Aufl. 1918, 3. Aufl. 1918; Spatobst. Letztmalige Gab’n aus mein’n Hausgart’l, 1919, 2. Aufl. 1919; Frisch g’schöpfte Freud’ — in ernster Zeit! Neuestes in Vers und Prosa in oberösterr. Mundart, 1920; Mein Weg. Erlebtes und Erlauschtes aus mehr als fünfzig Jahren. Bd. 1; Andenka an Dahoam (Kindheitserinnerungen), 1921.
L.: Tagespost, 1917, n. 248, 1926, n. 247; Linzer Volksbl., 1917, n. 249; Brünner Tagesbote, Sonntagsbeilage, 1927, n. 353; E. Hackland-Rheinländer, Die Dialektdichter der Gegenwart, 1885; Aus da Hoamat, Bd. 1, 1885, S. 338, 2. Aufl. 1888, S. 325, Bd. 9, 1899, S. 192; W. Nagl, L. H., in: Österr. Literaturbl., V., Sp. 620f., 1896; Hoamatgsang. Erstes Jb., 1910, S. 93f., Zweites Jb., 1920, S. 91f.; W. A. Hammer, L. H. zum 60. Geburtstage von seinen Freunden, 1917; K. Mayer-Freinberg, L. H. Ein Beitrag zur Würdigung seiner Persönlichkeit, 1927; F. Schön, Geschichte der dt. Mundartdichtung, Tl. 3, 1931, S. 21, 53, 57/58; Brümmer; Giebisch–Pichler–Vancsa, Kosch; Krackowizer; Nagl–Zeidler–Castle 2, S. 606, 4, S. 1160; Kosch, Das kath. Deutschland.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 9, 1959), S. 365f.
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