Holbein von Holbeinsberg, Franz Ignaz (1779-1855), Theaterdirektor und Schriftsteller

Holbein von Holbeinsberg Franz Ignaz, Bühnenleiter und Schriftsteller. * Zistersdorf (N.Ö.), 27. 8. 1779; † Wien, 6. 9. 1855. Einer alten Beamtenfamilie entstammend, führte er, nach kurzer Tätigkeit bei der Lottodion. in Lemberg, seit seinem siebzehnten Lebensjahr unter dem Namen Fontano ein wechselvolles Leben als Musiker, Schauspieler, Maler und Sprachlehrer u. a. in St. Petersburg, Berlin, Breslau, Wien, Regensburg, Amsterdam und Hannover. 1819 übernahm er die Leitung des Theaters in Prag, 1825 des Theaters in Hannover. 1841–49 leitete er das Burgtheater, 1848–53 die Oper in Wien. Energ., im Techn.-ökonom. erfolgreicher Bühnenleiter (10. 2. 1844 Einführung der Autorentantieme am Burgtheater) und bühnengewandter Theaterschriftsteller mit zeitgebundenem Erfolg.

W.: Theater (Smlg.), 2 Bde., 1811/12; Neuestes Theater (Smlg.), 5 Bde., 1820–23; Dilettantenbühne (Smlg.), 1826; Der Doppelgänger (Lustspiel), 1828; Die erlogene Lüge (Lustspiel), 1839; Die Verräterin (Lustspiel), 1840; Dt. Bühnenwesen (Erinnerungen), 1853.
L.: N.Fr.Pr. vom 5. 9. 1905; H. Kästner, F. v. H., Bühnenleiter und Dramatiker, Diss. Bonn, 1924; O. Mang, Die Direktionszeit H.s am Burgtheater, 1841–49, Diss. Wien, 1949; Eisenberg; O. G. Flüggen, Biograph. Bühnen-Lex. der dt. Theater, 1892; Kosch, Theaterlex.; Dt. Bühnenjb., 1856; Nagl–Zeidler–Castle 2, S. 794ff.; Wurzback; ADB.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 10, 1959), S. 399f.
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