Holitscher, Arthur (1869-1941), Schriftsteller

Holitscher Arthur, Dichter und Schriftsteller. * Pest, 22. 8. 1869; † Genf, 14. 10. 1941. Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns; zunächst Bankbeamter, lebte er jedoch seit 1895 als freier Schriftsteller in Paris (hier auch als Korrespondent für die Wr. Z. „Die Zeit“ tätig), München, Rom, London und seit 1907 in Berlin. Weite Reisen führten ihn um die ganze Welt. Sein reiches schriftsteller. Schaffen, in dem er vielfach jüd. Stoffe aufgriff, wird gekennzeichnet von starkem Mitgefühl für alle Unterdrückten und heftigen Anklagen gegen die bürgerliche Gesellschaft. Nach dem Ersten Weltkrieg schloß er sich vorübergehend dem Kommunismus an. Größte Popularität errang er als Reiseschriftsteller.

W.: Leidende Menschen (Novelle), 1893; Weiße Liebe (Roman), 1896; An die Schönheit (Trauerspiel), 1898; Der vergiftete Brunnen (Roman), 1900; Das andere Ufer (Drama), 1901; Von der Wollust und dem Tode (Novelle), 1902; Charles Baudelaire (Monographie), 1904; Das sentimentale Abenteuer (Erzählung), 1905; Leben mit Menschen, 1906; Der Golem (Ghettolegende), 1908; Worauf wartest Du? (Roman), 1910; Amerika heute und morgen, 1913; Geschichten aus zwei Welten, 1914; In England, Ostpreußen, Südösterr., 1915; Das amerikan. Gesicht, 1916; Bruder Wurm, 1918; O. Wilde, Zuchthausballade, dt., 1918; Schlafwandler (Roman), 1919; Adela Bourkes Begegnung (Roman), 1920; Ideale an Wochentagen (Aufsätze), 1920; Drei Monate in Sowjetrußland, 1921; Reise durch das jüd. Palästina, 1922; Gesang an Palästina, 1923; Ekstat. Novellen, 1923; Amerika, 1923; Frans Masereel, 1923; Das Theater im revolutionären Rußland, 1924; Lebensgeschichte eines Rebellen (Erinnerungen), 1924; Der Narrenbaedeker, 1925; Der Fall Ravachol, 1925; Das unruhige Asien, 1926; Mein Leben in dieser Zeit, 1928; Reisen, 1928; Es geschah in Moskau (Roman), 1929; Wiedersehen mit Amerika, 1930; Es geschieht in Berlin (Roman), 1931; Ein Mensch ganz frei (Roman), 1931; etc.
L.: Brümmer; Kosch; Jüd. Lex.; Wininger; Enc. Jud.; Univ. Jew. Enc.; Wer ist’s? 1911; Révai 20.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 10, 1959), S. 400
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>