Holl, Moritz (1852-1920), Anatom

Holl Moritz, Anatom. * Wien, 28. 6. 1852; † Graz, 11. 12. 1920. Stud. an der Univ. Wien Med., 1876 Dr.med., und war bereits als Student Demonstrator bei Hyrtl und dessen Nachfolger Langer. Als junger Arzt Operationszögling bei Dumreicher (s. d.), widmete er sich seit 1878 ausschließlich der Anatomie. Zunächst Ass. bei Langer, 1881 Priv. Doz., 1883 o. Prof. der Chirurgie an der Univ. Innsbruck, 1889 o. Prof. an der Univ. Graz, 1891/92, 1897/98, 1913/14 Dekan, 1905/06 Rektor. Korr. Mitgl. der Akad. d. Wiss. in Wien. H. beschäftigte sich mit Fragen der chirurg. Anatomie und mit Untersuchungen von Schädeln aus Tirol und Vorarlberg. Sein Hauptforschungsgebiet war jedoch die deskriptive Anatomie. Besonders hervorzuheben sind die Stud. über den Beckenausgang. Seit 1905 befaßte er sich mit der Geschichte der Anatomie und veröffentlichte einige Untersuchungen über die Anatomie Leonardo da Vincis und Vesals.

W.: Die Operationen an der Leiche, 1883; Über die bildliche Darstellung der Lage des menschlichen Beckens, 1894; Ein Biologe aus der Wende des 15. Jhs., 1905; Die Muskeln und Fascien des Beckenausganges, gem. mit K. v. Bardeleben, 1897; Des Andreas Vesals 6 anatom. Tafeln vom Jahre 1538, gem. mit K. Sudhoff, 1920; etc.
L.: N. Grazer Tagbl. vom 12. 12. 1920; Tiroler Stimmen, 1881, n. 228; Almanach Wien, 1921; Fischer 1, S. 652; Pagel; Wer ist’s? 1911.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 10, 1959), S. 401
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