Holzinger von Weidich, Carl (1849-1935), Altphilologe

Holzinger von Weidich Carl, klass. Philologe. * Weltrus b. Prag (Veltrusy), 24. 7. 1849; † Prag, 17. 9. 1935. Sohn des Philol. und Schulmannes Carl H. v. W. (* Prag,1810; † Graz, 1886), der Gymn. Dir. in Görz, seit 1869 Landesschulinspektor in Graz war. H. besuchte das Gymn. in Görz, stud. 1867–69 klass. Philol. an der Univ. Wien (besonders bei Vahlen), dann in Graz, wo er 1871 die Lehramtsprüfung aus Latein und Griech. ablegte. 1871 Supplent am Theresianum in Wien, 1872 wirklicher Lehrer, 1875 Prof. daselbst. 1879 Dr.phil., 1883 ao. Prof. der klass. Philol. an der Univ. Prag, 1887 o. Prof., 1895/96 Dekan, 1899/1900 Rektor, 1910 Dir. der Prüfungskomm. für das Lehramt an Mittelschulen, 1921 i.R. H., ein ausgezeichneter akadem. Lehrer und glänzender Redner auch in latein. Sprache, unternahm viele Reisen nach Italien, Griechenland, Kleinasien, Deutschland, England, Frankreich, Dalmatien, Spanien und Rußland. Er arbeitete hauptsächlich über die att. Komödie, doch ist seine durch viele Vorarbeiten vorbereitete Gesamtausgabe des Aristophanes nicht mehr zustandegekommen. Mitgl. der Ges. zur Förderung dt. Wiss. und Kunst in Prag, korr. Mitgl. der Akad. d. Wiss. in Wien.

W.: De verborum lusu apud Aristophanem, 1876; Beiträge zur Kenntnis der Ravennasscholien zu Aristophanes, in: Wr. Stud., Bd. 4, 1882; Beiträge zur Kenntnis der Venetusscholien zu Aristophanes, ebenda, Bd. 5, 1883; Nemesii Emeseni libri πεϱὶ φύσεως άνθϱώπου versio latina, 1887; Ein Idyll des Maximus Planudes, in: Z. für die österr. Gymn., 1893; Lykophrons Alexandra, griech. und dt. mit erklärenden Bemerkungen hrsg., 1895; Über Zweck, Veranlassung und Datierung des Platon. Phaidros, in: Festschrift für J. Vahlen, 1900; Exeget. und krit. Bemerkungen zu Euripides „Alkestis“, in: Sbb. Wien, phil.-hist. K1., Bd. 124/10, 1891; Die Aristophanes-Hss. der Wr. Hofbibl. 1 und 2, ebenda, Bd. 167/4, 1911, Bd. 169/4, 1913; Erklärungen umstrittener Stellen des Aristophanes 1 und 2, ebenda, Bd. 208/5, 1928, Bd. 215/1, 1933; Erklärungen zu einigen der umstrittensten Stellen der Offenbarung Johannis und der Sibyllin. Orakel, ebenda, Bd. 216/3, 1936; Vorstud. zur Beurteilung der Erklärertätigkeit des Demetrios Triklinios zu den Komödien des Aristophanes, ebenda, Bd. 217/4, 1939; Krit.-exeget. Kommentar zu Aristophanes Plutos, ebenda, Bd. 218/3, 1940.
L.: Almanach Wien, 1930 und 1936; Bursians Jb. II, 1938, S. 262: Wer ist’s? 1911; Autobiographie im Archiv der Akad. d. Wiss. in Wien.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 10, 1959), S. 410f.
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