Homberg, Herz (1749-1841), Lehrer

Homberg Herz, Pädagoge. * Lieben b. Prag (Libeň, Böhmen), Sept. 1749; † Prag, 24. 8. 1841. Nach Stud. an den Rabbinerschulen Prag, Preßburg und Groß-Glogau widmete sich H. in Berlin, Breslau und Hamburg Sprach- und Lit.-Stud., wandte sich dann der Pädagogik zu und war 1778–82 Erzieher im Hause M. Mendelsohns. 1783–84 Lehrer an der jüd. Schule Triest, dann bei der jüd. Schulreform in Galizien tätig, gründete er in vier Jahren mehr als hundert „dt.-jüd. Elementarschulen“, deren Oberaufseher er wurde, sowie ein jüd. Lehrerseminar in Lemberg. Schließlich nach Wien berufen, wurde er Zensor der jüd. Bücher und hatte wesentlichen Anteil an der Abfassung der 1797 erlassenen, das Leben der österr. Israeliten regelnden Normen. Die letzten Jahre verbrachte H. als Lehrer der religiösen Moral in Prag. H. stand der hist. Bedingtheit verständnislos gegenüber und trat in Gegensatz zum orthodoxen Judentum.

W.: Imre Sepher. Ein religiös-moral. Lesebuch, 1808; Ben-Zion, ein religiös-moral. Lehrbuch, 1812, Neuaufl. 1849; Rede zur Friedens-Feier, 1814; Ben Jakir. Über Glaubenswahrheiten und Sittenlehren, 1814, 3. Aufl. 1896; etc.
L.: Wurzbach; Wininger; Enc. Jud.; Jew. Enc.; Jüd. Lex.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 10, 1959), S. 412
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