Homolka, Benno (1860-1925), Chemiker

Homolka Benno, Chemiker. * Chrustenitz (Chrustenice, Böhmen), 25. 10. 1860; † Frankfurt a. Main, 14. 3. 1925. Stud. an den Univ. Prag, München und Erlangen, 1884 Dr.phil. Unternahm als Ass. A. v. Baeyers mit diesem wichtige Indigo-Untersuchungen und kam dadurch in Verbindung mit der aufstrebenden Teerfarbenindustrie. 1886 trat er in den Dienst der Farbwerke vorm. Meister Lucius & Brüning, Höchst a. M., wo er in der Folgezeit erfolgreiche Arbeiten auf dem Gebiet der Triphenylmethan-Farbstoffe, insbesondere auch der Rhodamine, durchführte. H., Entdecker des als organ. Entwickler verwerteten „Pinakols“, des photograph. Sensibilisators „Pinakryptolgrün“ u. der nach ihm benannten H.schen Basen, verband stets die wiss. Erkenntnisse mit den Forderungen der Technik und machte sich um die Teerfarbenindustrie sowie um die Entwicklung der Photographie verdient. H., zuletzt Prokurist der Farbwerke Höchst, war Dr.h.c. der Techn. Hochschulen München und Prag und komponierte einige Musikstücke, von denen ein Bühnenwerk aufgeführt wurde.

W.: Über das Chinisatin, 1884; Beitrag zur Theorie der organ. Entwickler, in: Photograph. Korrespondenz, 1919, S. 387ff.; Über die Lichtempfindlichkeit des Kollodiums, ebenda, 1920, S. 239ff.; Über die Einwirkung von Alkalien auf Glyoxal, in: Berr. der dt. chem. Ges., Jg. 54, 1921, Abt. B, S. 1393ff.; Über Krokonsäure und Leukonsäure, ebenda, Jg. 55, 1922, Abt. B, S. 1310f.; etc.
L.: Berr. der dt. chem. Ges., Jg. 58, 1925, Abt. A, S. 20 f.; Bll. für Techn. Geschichte, H. 4, 1938, S. 8; Poggendorff 6.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 10, 1959), S. 412f.
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