Hopfner, Theodor (1886-1946), Altphilologe

Hopfner Theodor, klass. Philologe. * Trautenau (Trutnov, Böhmen), 7. 4. 1886; † Internierungslager Rusin (Ruzyně) b. Prag, 9. 2. 1946. Sohn des Realschuldir. Friedrich H., Bruder des Geodäten und Geophysikers Friedrich H. (s.d.). Stud. klass. Philol. an der Dt. Univ. Prag, Dr. phil., 1919 Priv. Doz., 1923 ao. Prof., 1928 o. Prof. der klass. Philol. daselbst. Seit 1936 wirkl. Mitgl. der Dt. Ges. (späteren Akad.) d. Wiss. und Künste in Prag. H. verfaßte zahlreiche Abh. auf dem Gebiet der klass. Philol., antiken Religionswiss., antiken Kultur- und Sittengeschichte, besonders im hellenist.-röm. Kulturkreis. Mit seinem Index zu den 161 Bänden der Patrologia Graeca von Migne, der nicht nur die Namen der Schriftsteller und die Titel ihrer Werke, sondern auch ganz genaue Inhaltsangaben bietet, hat H. ein unentbehrliches Nachschlagewerk für die gesamte griech.-byzantin. Literatur von Clemens Romanus bis Andronikos Kallistos, d.h. bis zur Eroberung Konstantinopels, geschaffen.

W.: Thomas Magister, Demetrios Triklinios, Manuel Moschopulos. Eine Stud. über ihren Sprachgebrauch in den Scholien zu Aischylos, Sophokles, Euripides, Aristophanes, Hesiod, Pindar und Theokrit, in: Sbb. Wien, phil.-hist. Kl., Bd. 172/3, 1912; Der Tierkult der alten Ägypter nach den griech.-röm. Berichten und den wichtigeren Denkmälern, in: Denkschriften Wien, phil.-hist. Kl., Bd. 57/2, 1913; Über die kopt.-said. Apophthegmata Patrum Aegyptiorum und verwandte griech., lat., kopt.-bohair. und syr. Smlgn., ebenda, Bd. 61/2, 1918; Über Form und Gebrauch der griech. Lehnwörter in der kopt.-said. Apophthegmenversion, ebenda, Bd. 62/2, 1918; Griech.-ägypt. Offenbarungszauber, 2 Bde., 1921–1924; Fontes historiae religionis Aegyptiacae, I—V, in: Fontes hist. rel. ex auct. gr. et lat. coll. ed. Clemen, Fasc. II, 1922–25; Die griech.-oriental. Mysterien, in: Theosophie, XII, 1924, S. 105–19 und S. 174–82; Orient und griech. Phil., in: Beihe. zum „Alten Orient“, IV, 1925; Das Diagramm der Ophiten, in: Charisteria für A. Rzach, 1930; Die Brachmanen Indiens und die griech. Gymnosophisten in der Apolloniosbiographie des Philostratos, in: Archiv Orientálni, VI, 1933; Der religionsgeschichtliche Gehalt des großen demot. Zauberpapyrus, ebenda, VII, 1935; Die Papyrussmlg. C. Wessely, jetzt Papyrus Wessely Pragensis, in: Archiv für Papyrusforschung, XII, 1936; Das Sexualleben der Griechen und Römer von den Anfängen bis ins 6. Jh. n. Chr., Bd. I/1, 1938; Hekate-Selene-Artemis und Verwandte in den griech. Zauberpapyri und auf den Fluchtafeln, in: Pisiculi, F. J. Dölger dargeboten, 1939; Plutarch, Über Isis und Osiris, Text, Übersetzung und Kommentar, 2 Tle. (Die Sage, Die Deutungen der Sage), Monographien des Archiv Orientálni, Bd. IX, 1940–41; Die hellenist.-ägypt. Mysterien, 1941; Horapollo, Hieroglyphika, übersetzt, eingeleitet und erklärt, 1941; Griech.-lat.-dt. Quellenbuch zur Siedlung und Geschichte der Germanen im böhm.-mähr., schles. und Karpatenraume, 1943; Die Judenfrage bei Griechen und Römern, in: Abh. der Dt. Akad. d. Wiss. in Prag, phil.-hist. Kl., H. 8, 1943; Index locupletissimus in Patrologiam Graecam ed. Migne, I und II, 1928–45; Religionswiss. Artikel in RE und RAC.
L.: Kürschner, Gel. Kal.; L’Année Philologique 1914ff.; Dt. Literaturztg., Jg. 71, 1950, S. 485f.; Mitt. V. Nagel, Wien.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 10, 1959), S. 415f.
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