Horn, Uffo Daniel (1817-1860), Schriftsteller

Horn Uffo Daniel, Dichter. * Trautenau (Trutnov, Böhmen), 18. 5. 1817; † ebenda, 23. 5. 1860. Sohn eines Off. und späteren Tabak-Distriktverlegers; stud. in Prag und Wien Jus, lebte jedoch, nach erfolgreichen ersten dichter. Versuchen, seit 1839 in Hamburg, Prag, Dresden und schließlich in seiner Vaterstadt als freier Schriftsteller. Im Revolutionsjahr 1848 trat er für die Forderungen der Tschechen ein. 1850 nahm er als Freiwilliger im schleswig-holstein. Heer am Krieg gegen Dänemark teil. Blutsmäßig vorwiegend Slawe, schwankte er — bei liberal-demokrat. Gesinnung — zwischen Deutschtum und Tschechentum. Dieses kehrte er in seinen romant.-rhetor. Dichtungen auch stofflich hervor. 1842–58 arbeitete er an A. Klars Taschenbuch „Libussa“ mit.

W.: Horomir (Drama), 1835; Die Vormundschaft (Lustspiel), gem. mit W. A. Gerle, 1836; Nikolaus Lenau, 1838; Camoes im Exil (Dramat. Gedicht), 1839; Österr. Parnaß, bestiegen von einem heruntergekommenen Antiquar, 1840, Neudruck 1912; König Ottokar (Tragödie), 1846; Böhm. Dörfer (Novellen), 2 Bde., 1847; Gedichte, 1847; Aus drei Jahrhunderten (Hist. Novellen), 1851; Von Idstedt bis zum Ende (Kriegserlebnisse), 1851; Bunte Kiesel (Erzählungen), 1859; Gesammelte Werke, hrsg. von E. Langer, 1902.
L.: Wr.Ztg. vom 26. 5. 1860; Libussa, 1849, S. 393ff.; J. Lindemayer, U. D. H., 1889; Mitt. des Ver. für Geschichte der Dt. in Böhmen, Jg. 15, 1877, S. 63ff. und 231ff., Jg. 47, 1909, S. 461ff.; Jb. der Grillparzer-Ges., Bd. 13, 1903, S. 203ff., Bd. 17, 1907, S. 128ff., Bd. 21, 1912, S. 55f.; Jb. des Dt. Riesengebirgs-Ver., Bd. 15, 1926, S. 27ff.; J. Pfitzner, Das Erwachen der Sudetendt., 1926, S. 300ff.; Sudetendt. Lebensbilder, Bd. 3, 1934, S. 83ff.; Brümmer; Giebisch–Pichler–Vancsa; Kosch; Nagl–Zeidler–Castle 4, s. Reg.; Wurzbach; ADB.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 10, 1959), S. 422
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