Hornbostel, Christian Georg (1778-1841), Fabrikant

Hornbostel Christian Georg, Fabrikant. * Wien, 15. 5. 1778; † Wien, 6. 6. 1841. Sohn Christian Gottlieb H.s († Wien, 9. 6. 1809), des Gründers einer der ersten Seidenfabriken in Österr., Vater des Industriellen und Bankfachmannes Theodor v. H. (s.d.). Erweiterte seine Ausbildung im väterlichen Betrieb durch Reisen nach Deutschland, Italien und Frankreich, besonders durch einen Aufenthalt in Lyon, dem Zentrum der Seidenweberei. Widmete sich dann dem Ausbau seiner Fa. in Wien-Gumpendorf, erhielt 1816 ein Patent auf durch Wasserkraft getriebene Webstühle und erzeugte daraufhin in der 1817 gegründeten Tochterfabrik zu Leobersdorf a. d. Triesting (N.Ö.) erstmalig in Europa feine Seidenwebstoffe auf Maschinenwebstühlen. Führte 1822 die Erzeugung von Crêpe de Chine in Österr. ein und bemühte sich um die Errichtung einer Seidentrocknungsanstalt in Wien. H. war Mitbegründer des Niederösterr. Gewerbever. und dessen Bibl., sowie provisor. Dir. der 1816 privilegierten österr. Nationalbank. Sein Enkel Hans H. († 23. 7. 1910) löste nach Aufhebung der Prohibitivzölle die Fa. wegen mangelnder Konkurrenzfähigkeit auf.

L.: Exner, Gewerbe und Erfindungen, Bd. 1, S. 288; 50 Jahre gewerblicher Bestrebungen, 1890, S. 12 und 16; Slokar, S. 221f., 394f.; Wurzbach; Adler, Bd. 16, 1950–52.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 10, 1959), S. 423
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