Ibach, Alfred (1902-1948), Dramaturg und Verleger

Ibach Alfred, Theaterfachmann und Verleger. * Saarbrücken, 26. 12. 1902; † Wien, 16. 6. 1948. Stud. an der Univ. München, 1925 Dr. phil. Kurz darauf Dramaturg und Schauspieler am Frankfurter Stadttheater, lernte er bei einer Tournee dieser Bühne in Wien M. Reinhardt kennen, der ihn sofort an seine Berliner Bühnen engagierte. Nach Reinhardts Weggang aus Deutschland (1932) wirkte I. an der Berliner Volksbühne bei Hilpert, dann am Dt. Theater. 1934 war er an einer engl. Tournee dieser Bühne als Regisseur maßgeblich beteiligt. 1936 kam er aus England nach Wien und übernahm hier den Verlag E. P. Thal, den er als A. I.-Verlag weiterführte. 1938 neben Hilpert als künstler. Leiter geschäftsführender Dir. des Theaters in der Josefstadt, wurde durch ihn und Hilpert das Theater in der Josefstadt zum Asyl des auf geistiger Ebene gepflegten Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Als Steinböck 1945 zum Dir. ernannt wurde, stellte I. als sein stellvertretender Dir. die Kontinuität zwischen Hilpert und Steinböck her. I., einer der besten Theaterleute Wiens und Deutschlands, dürfte wohl einer der klügsten und feinsinnigsten Dramaturgen gewesen sein, die bis jetzt am Theater in der Josefstadt wirkten.

W.: Neben der Zeit (Gedichte), 1933; Die Wessely, 1943; Übers. von Theaterstücken.
L.: Der Abend und Neues Österr. vom 17. 6., Die Presse vom 3. 7., Basler Nachrichten vom 17. 8., Luzerner Nachrichten vom 10. 9. 1948; Neue Zürcher Nachrichten vom 9. 4. 1949; A. Bauer, Das Theater in der Josefstadt zu Wien, 1957, S. 185; Mitt. L. Ibach, H. Weigel, Wien.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 11, 1961), S. 25
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