Innerkofler, Michael I. (Michel) (1844-1888), Bergführer und Bauer

Innerkofler Michael I (Michel), Bauer und Bergführer. * Sexten (Südtirol), 30. 7. 1844; † Mt. Cristallo, 20. 8. 1888 (Spaltensturz). Vetter des Folgenden; Bauer auf dem Schrafflerhof, im Sommer auch im Gasthof Ploner in Schluderbach beschäftigt. Wie sein Bruder Johann Jakob I. (s. d.) war er nicht bloß Berufsbergführer, sondern auch begeisterter Bergsteiger, wie die gem. mit diesem ausgeführten 1. Best. des Zwölfers und der Kl. Zinne beweisen. Einer der erfolgreichsten Dolomitenerschließer, verunglückte er im Bergschrund des Mt. Cristallo, den er an die 300mal bestiegen hatte. Seine beiden Touristen blieben unverletzt.

Auswahl seiner Erstbesteigungen und neuen Wege: 1877 Mt. Cristallo, direkt von N (mit Minnigerode); 1878 Sextener Rotwand (mit Eötvös); 1879 Einser (mit Eötvös, Heppacher), Westliche Zinne (mit Ploner), Kleinster Kristallkopf (Mt. Cristallo, mit Eötvös, und von Osten mit Angerer); 1880 Innerkoflerturm und Grohmannspitze, allein; 1884 Croda da Lago, N-Gipfel (mit Eötvös) Höchster Kristallkopf vom Kristalljoch (mit Friedmann); 1886 Mittlerer Kristallkopf vom Cristallogletscher (mit Angerer), Elferkofel, leichtester Weg (mit Compton); 1887 Mt. Cristallo von N durch die Eisrinne (mit Wydenbruck), Zwölfer, Felsenweg (mit Simon, Reich und Josef I. III).
L.: Tiroler Stimmen, 1881, n. 150; ÖAZ ab 1879; H. Kiene, Die I. von Sexten, Alpenver. Südtirol-Jb. 1950; Th. Wundt, Wanderungen in den Ampezzaner Dolomiten, 1888, S. 61; Der Hochtourist in den Ostalpen, 5. Aufl., Bd. 7, 1929.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 11, 1961), S. 37
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