Ipavi(e)c, Benjamin (1829-1909), Komponist und Arzt

Ipavi(e)c Benjamin, Mediziner und Komponist. * St. Georgen a. d. Südbahn (Šentjur pri Celju, Slowenien), 24. 12. 1829; † Graz, 20. 12. 1909. Sohn eines Arztes; Bruder des Folgenden. Besuchte seit 1845 das Lyzeum in Graz, stud. dann an der Univ. Wien Med., 1858 Dr.med., 1858–65 Sekundararzt am Landeskrankenhaus in Graz, 1865–71 prakt. Arzt, 1871–98 Primarius des St.-Annen-Kinderspitals. I. nahm bei seiner Mutter Katharina, geb. Schweighofer, einer guten Pianistin, Klavierunterricht, wurde dann in Cilli musikal. weiter ausgebildet und stud. in Graz und Wien Komposition. Dem Stil nach eigentlich Spätromantiker, der sich jedoch an klassizist. Elemente anlehnte, folgte er im Ausdruck der gefühlvollen Note der slowen. Nationalmusik und wurde zu einem der Begründer der musikal. Neuromantik bei den Slowenen. I. ist eine der originellsten und charakterist. Persönlichkeiten der slowen. musikal. Romantik überhaupt. Sein ältester Bruder Alois I. († 1849), Militärarzt, war ebenfalls ein begabter Musiker.

W.: Oper: Die Adeligen von Teharje, 1892; Operette: Das Vogelhaus, 1864; Slaw. Mazurka, 1878; Mazurka, 1900; Serenade für Streichorchester, 1898; Lieder: Schiffer am Abend, 1854, Das Mühlrad, 1860, Slowen. Lieder, gem. mit G. Ipavic, I, 1862, II, 1864, Ave Maria, 1893; Chöre: In der Fremde, 1878, Wenn ich ein Vöglein wär, 1900; Kantaten; etc.
L.: Dom in svet, 1909; J. Vošnjak, Spomini (Memoiren), 1905, 1906; Triglav, 1866; Die Musik in Geschichte und Gegenwart; SBL 1; Nar. Enc. 2; Otto Erg. Bd. II/2; G. Krek, Novi akordi (Neue Akkorde), 1908/09; F. Rakuša, Slov. petje v preteklih dobah (Der slowen. Gesang in der Vergangenheit), 1890; Muzička enciklopedija 1, 1959; Enciklopedija leksikogr. zavoda 3, 1959; Enc. Jug. 4.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 11, 1961), S. 39
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