Ippen, Theodor von (1861-1935), Diplomat und Balkanforscher

Ippen Theodor von, Diplomat und Balkanforscher. * Sezemitz (Sezemice, Böhmen), 29. 11. 1861; † Wien, 31. 1. 1935.  Absolv. die Oriental. Akad. und legte nach Ableistung seines Militärdienstes 1884 die Konsularelevenprüfung ab. Nach dreijährigem Dienst beim Generalkonsulat in Skutari und nach kurzer Tätigkeit im Min. des Äußeren wurde er Ende 1887 Vizekonsul und Zivilkomm. in Pljevlja (im damals von österr. Truppen besetzten Sandžak, Jugoslawien). 1891 wurde er für einige Zeit dem Konsulat in Konstantinopel beigegeben und leitete 1893–95 das Konsulat in Jerusalem. 1895–97 wieder in Konstantinopel, 1897 in Skutari, 1900 Generalkonsul. 1904 interimist. Leiter des Konsulates in Amsterdam, 1905 Leiter des Konsulates Piräus-Athen und bei der internationalen Finanzkontrolle in Griechenland. 1909 Kommerzdir. bei der Botschaft in London. 1911 im Min. des k. Hauses und des Äußeren, bearbeitete er als Sektionschef (1912) die Albanien berührenden wirtschaftlichen und politischen Fragen. 1917 vertrat er als außerordentlicher Gesandter das Min. des Äußeren beim Oberkmdo. der Südwestfront und leistete dann wieder Dienst im Min. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie war er einige Monate stellvertretender Außenmin., 1921 i.R. 1921–30 stellvertretender Generalsekretär der Internationalen Donaukomm. Neben seiner amtlichen Tätigkeit widmete sich I. in jüngeren Jahren der wiss. Forschung. Von Pljevlja und Skutari aus durchzog er mehrmals die damals noch wenig bekannten oberalban. und altserb. Gebiete und sammelte hist., ethnograph. und archäolog. Beobachtungen, die dank ihrer Sorgfalt bis heute ihren Wert behalten haben.

PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 11, 1961), S. 40f.
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