Irányi, Dániel (1822-1892), Politiker und Publizist

Irányi Dániel, Politiker und Publizist. * Toporcz (Toporec, Slowakei), 24. 2. 1822; † Nyiregyháza (Ungarn), 2. 11. 1892. Legte 1844 die Advokatursprüfung ab und war dann als gesuchter Advokat in Pest tätig. 15. 3. 1848 unter den Anführern der radikalen Partei (vor allem der Gleichheitsges.), 1848 Beamter im Justizmin. Deáks (s. d.), dann Abg. und Regierungskomm. im Sároser Kom., 1849 Regierungskomm. der Stadt Pest; nach seiner Flucht Anfang 1850 in die Schweiz und nach Paris entfaltete I. eine eifrige journalist. Tätigkeit und nahm an den Besprechungen der ung. Emigranten mit Cavour und Napoleon III. (1859) teil. 1861 übersiedelte I. nach Turin und ging dort im Auftrage Kossuths zu Bismarck, um mit der preuß. Regierung zu verhandeln. Nach seiner Rückkehr 1868 Abg., wurde er einer der Führer der Linken, seit 1869 Führer der 48er, später der Unabhängigkeits- und 48er Partei. I., ein unermüdlicher Vorkämpfer der Zivilehe, war einige Zeit Redakteur von „Magyar Ujság“ („Ung.Ztg.“).

W.: Histoire politique de la révolution de Hongrie 1847–49, gem. mit Ch. L. Chassin, 1859/60.
L.: Szinnyei 5; Révai 10; Wurzbach; G. Gratz, A dualizmus kora (Zeitalter des Dualismus), 1934; S. Fekete, A márciusi fiatalok (Die Märzjugend), 1950; G. Spira, A magyar forradalom 1848/49 – ben (Die ung. Revolution 1848/49), 1959; J. Weidlein, Die verlorenen Söhne, 1960.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 11, 1961), S. 41
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