Irinyi, János (1817-1895), Chemiker

Irinyi János, Chemiker. * Albis (Kom. Bihar, Ungarn), 17. 5. 1817(9); † Vértes (Kom. Bihar, Ungarn), 17. 12. 1895. Sohn des um die Entwicklung der Land- und Viehwirtschaft in Ungarn verdienten Ökonomen János I., Bruder des Folgenden. Stud. an der Techn. Hochschule in Wien bei Meissner und ging anschließend für kurze Zeit nach Berlin. Nach Ungarn zurückgekehrt, gründete er 1840 in Pest eine Zündholzfabrik, die aber nur wenige Jahre bestand. 1848 beteiligte sich I. an der ung. Revolution, wurde 1848 zunächst Stellvertreter des Regierungskomm. der Kriegsindustrie Wagner und 1849 einer der Leiter der Pulver- und Kanonenfabrik in Großwardein. Nach Niederschlagung der Revolution bewirtschaftete er sein Landgut in Vértes, mußte jedoch später wegen Mißerfolgen eine Stellung in einer Bank und dann in einer Dampfmühle in Debreczin annehmen. I. veröffentlichte in ung. Z. verschiedene Aufsätze chem. Inhaltes, vor allem aber ist sein Name mit einer wesentlichen Verbesserung der Zusammensetzung der Zündmasse der ersten Phosphorzündhölzer verknüpft.

W.: Über die Theorie der Chemie im allg. und die der Schwefelsäure insbesondere, 1838; A vegyrendszerröl (Das Chemiesystem), in: Tudománytár, Bd. 8, 1840, S. 323; A vegytan mint vezércsillag a történet tudományban (Die Chemie als Leitstern der Geschichtswiss.), in: Atheneum, 1842, S. 65; A vegytan elemei (Elemente der Chemie), 1847; etc.
L.: Vasárnapi Ujság, 1863, S. 40, 59, 75; M. Speter, Stephan Rómer, der Fabrikant und J. I., der Ideeur-Erfinder des geräuschlos entflammenden Phosphor-Zündholzes von Anno 1836, in: Z. für das gesamte Schieß- und Sprengstoffwesen, Jg. 31, 1936, S. 333, 368; Uj Idök.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 11, 1961), S. 41f.
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