Jablánczy, Julius von (1846-1919), Landwirt

Jablánczy Julius von, Landwirt. * Tyrnau (Trnava, Slowakei), 9. 5. 1846; † Baden b. Wien (N.Ö.), 4. 9. 1919. Entstammte einer alten ung. Familie (von Mathias II. 1616 nob.); stud. an der landwirtschaftlichen Akad. zu Weihenstephan, wo er auch die Akad. der angegliederten Obstbauschule besuchte. Anschließend ging er an die Weinbauschule nach Klosterneuburg, an das pomolog. Inst. in Reutlingen (Württemberg) und absolv. einen Gemüsebaukurs in Solothurn (Schweiz). Als Wanderlehrer für Obst- und Weinbau, zunächst bei der Landwirtschaftsges. in Wien (1875–76), dann bis 1903 im Dienste des Landes N.Ö., führte er viele Schulungskurse für Obst- und Gemüsebau und für Bienenkunde durch. Ihm ist die Errichtung von Obstverwertungs- und Kellereiwirtschaftskursen zu danken und unter seiner Leitung wurden große Rebschulen gegründet, um die amerikan. Rebunterlagen zur Bekämpfung der Reblaus einzuführen. Er unterrichtete 13 Jahre an der Gartenbauschule der Gartenbauges. in Wien, 1903–11 Dir. der Landes-Obst- und Weinbauschule in Gumpoldskirchen. Korr. Mitgl. mehrerer in- und ausländischer Fachver., Besitzer des Ehrenzeichens der französ. Akad. und Ritter des französ. Ordens de mérite d’agricole.

W.: Der Obstbau für den Landmann und Obstzüchter, 1879, 3. Aufl. 1896; Der Schulgarten der Volksschule am Lande, dessen Zweck, Anlage und Pflege, 1879; Der Springwurmwickler, ein Feind unserer Weingärten, 1881; Der Weinbau und die Kellereiwirtschaft, 1881; Der wirtschaftliche Wert des Gemüsebaues, 1882; Die Korkveredlung der amerikan. Rebe, 1890, 2. Aufl. 1891; Eine empfehlenswerte Grünveredlungsart der amerikan. Rebe, 1894; etc.
L.: Wr.Ztg. vom 5. 9. 1919; Wr. Landwirtschaftliche Ztg. vom 11. 6. 1919; Akt des Landesausschusses des Erzherzogthums Österr. unter der Enns 308– VI/67–1913, Niederösterr. Landesarchiv, Wien.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 11, 1961), S. 50
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