Jaeger, Karl von (1836-1920), Verwaltungsbeamter

Jaeger Karl von, Verwaltungsbeamter. * Steuerberg (Kärnten), 7. 8. 1836; † Graz, 2. 6. 1920. Trat nach Absolv. der jurid.-polit. und philosoph. Stud. (Dr.phil.) an der Univ. Graz 1860 als Konzeptspraktikant bei der Statthalterei in Graz ein. 1861 Dr.jur. 1869 wurde er als Bezirkskomm. zur Dienstleistung in das Min. des Inneren berufen, 1870 zum Ministerialsekretär im Ministerratspräsidium ernannt, 1875 erfolgte daselbst seine Ernennung zum Sektionsrat, 1880 zum Ministerialrat, als welcher er die schwierige, aber ehrende Funktion des Protokollführers des Ministerrates bekleidete. 1879 nob. 1889 als Landespräs. an die Spitze der polit. Verwaltung Schlesiens berufen, bemühte er sich, die Gegensätze zwischen den drei Nationen des Landes auszugleichen. 1894 brachen in Schlesien Arbeiterunruhen aus und da J. offenbar nach Ansicht maßgebender Stellen zuwenig energisch vorging, wurde er noch 1894 in den zeitlichen Ruhestand versetzt. Schon frühzeitig betätigte sich J. wiss. So begründete er 1868 die angesehene „Österr. Zeitschrift für Verwaltung“ und veröffentlichte zahlreiche Arbeiten, teils in Buchform, teils in verschiedenen Z., besonders zum Staatsrecht der Monarchie, wobei er die zentralist. Doktrin vertrat.

W.: Reform der Verwaltungsorganisation, in: Österr. Z. für Verwaltung, 1904; Reichseinheit und Ausgleich, Sonderabdruck aus: Groß-Österr. 1908; Einige Reichsfragen im Lichte der geschriebenen Verfassung. Gesammelte Aufsätze, 1911; Die Wiederaufrichtung der gemeinsamen Reichsvertretung, 1912; Zum Monarchismus der österr. Reichsverfassung. 4 Aufsätze, 1915; etc. Hrsg.: Österr. Z. für Verwaltung, Graz 1868 ff.
L.: Grazer Tagespost (Abendbl.) vom 5. 6. 1920; Akten des Allg. Verwaltungsarchivs, Wien.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 11, 1961), S. 56f.
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>