Jarisch, Anton Hieronymus (1818-1890), Pädagoge und Schriftsteller

Jarisch Anton Hieronymus, Pädagoge und Schriftsteller. * Böhm. Leipa (Česká Lípa, Böhmen), 23. 9. 1818; † Komotau (Chomutov, Böhmen), 1. 1. 1890. Stud. Phil. in Prag, Theol. in Leitmeritz und wurde von Bischof A. Hille (s. d.) an das Prager Taubstummeninst. zur Ausbildung gesandt. 1843 Seelsorger in Hainspach, 1849 Taubstummenlehrer in einer gräflichen Familie in Unter St. Veit bei Wien, Lehrer am Wr. Taubstummeninst., 1855 Landesschulrat, Real- und Volksschulinspektor für die Stmk., 1861 Stadtpfarrer von Komotau. Neben Schriften zum Taubstummenunterricht veröffentlichte J. nordböhm. Mundartgedichte, Dramen und volkstümliche religiöse Werke; seine „Stunden der Andacht“ wollten Zschokkes gleichnamigem Buch entgegenwirken.

W.: Über die Aufhebung der Klöster. Ein Promemoria für den Reichstag, 1848; Feierstunden, 4Bde., 1849; Die Predigt in Bildern, 18 Bde., 1851 ff.; Lehrbuch für Taubstummenunterricht, 1851; Populäre polem. Dogmatik, 1852; Heimatklänge, 1853; Stunden der Andacht für Katholiken, 4 Bde., 1855; etc. Hrsg.: Illustrierter kath. Volkskalender, 1852–62.
L.: R.P. vom 22. 9. 1918; Brümmer; Giebisch–Pichler–Vancsa; Kosch; Nagl–Zeidler–Castle 4, s. Reg.; F. Wienstein, Lex. der kath. dt. Dichter, 1899; Wurzbach.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 11, 1961), S. 81
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