Jele, Kaspar (1814-1893), Maler

Jele Kaspar, Maler. * Ried (Tirol), 5. 1. 1814; † Innsbruck, 17. 12. 1893. Vater des Vorigen; Schüler von G. Flatz (s. d.); erhielt 1834 ein Landesstipendium zum Besuch der Wr. Akad. d. bild. Künste, wo er bei J. Ender (s. d.) und J. Redl stud. Er stand besonders unter dem Einfluß von Kupelwieser und J. v. Führich (s. d.). Dadurch wurde er der fruchtbarste Vertreter der nazaren. Schule in Tirol. Er war 1856 bis 1884 Zeichenlehrer an der Realschule Innsbruck, schuf aber in seiner Freizeit eine große Anzahl von Altarbll. (für 26 Kirchen in Tirol, 3 in Vorarlberg, je eine in Salzburg und Kärnten und 7 in den USA). Seine fast nur der kirchlichen Kunst gewidmeten Arbeiten zeichnen sich durch klare Komposition und schönes Kolorit aus, wirken aber oft langweilig.

W.: Kreuzigung und Hl. Sebastian, Jenbach, 1842; Anbetung der Könige, Nassereith, 1852; Himmelfahrt Mariens, Franziskanerkirche Lienz, 1853; Hl. Antonius, Hofkirche Innsbruck, 1857; Hl. Blasius, Westendorf, 1858; Hl. Johannes Nepomuk, Hopfgarten (Osttirol), 1864; Opferung Isaaks, Dreifaltigkeitskirche Salzburg, 1865; Kreuzigung, Seminarkirche Brixen, 1869; Hl. Josef, Schmirn, 1873; Tiroler Landesmus. Ferdinandeum: Selbstbildnis, 1853; Der Sammelpater, Wildschützen, Genrebilder, beide 1841; zahlreiche Entwürfe für Glasgemälde.
L.: Innsbrucker Nachrichten 1893, n. 289; Tiroler Stimmen 1893, n. 281; Mitt. des Österr. Mus. für Kunst und Industrie, N.F. 5, 1895, S. 31; Thieme–Becker; Wurzbach.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 11, 1961), S. 96
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>