Jettel von Ettenach, Emil Frh. (1846-1925), Jurist, Rechtsschriftsteller und Zensor

Jettel von Ettenach Emil Frh., Jurist. * Wien, 8. 4. 1846; † Wien, 25. 4. 1925. Sohn eines Rechnungsrats im Handelsmin., stud. Jus an der Univ. Wien, kam 1870 ins Min. des Äußeren, wurde 1889 Sektionsrat, 1900 Hof- und Ministerialrat, 1902 Leiter des Literar. Büros. 1906 erhielt er Titel und Charakter eines Sektionschefs, 1910 i.R. J. schrieb ein Hdb. des internationalen Privat- und Strafrechts und wurde 1898 mit der Zensur der an den k. Hof bühnen aufzuführenden Stücke betraut, die er unter den Dir. Schlenther und Berger (s. d.) wohlwollend und kunstverständig handhabte, freilich oft gehemmt durch Generalintendant und Obersthofmeister. J. wurde 1894 in den Adelsstand und 1910 in den Freiherrenstand erhoben. 1909 zur Zeit der Krise Dir. Schlenthers wurde er als dessen Nachfolger am Burgtheater genannt. J. war ein tüchtiger Jurist, seine Bedeutung liegt aber in seinem Anteil an der Geschichte des Burgtheaters und des österr. literar. Lebens.

W.: Hdb. des internationalen Privat- und Strafrechts mit Rücksicht auf die Gesetzgebungen Österr., Ungarns, Croatiens und Bosniens, 1902.
L.: Gotha Frh., 1913, 1941; H. Wagner, Die Zensur am Burgtheater 1898–1910, in: Mitt. des österr. Staatsarchivs 15, 1962; Lothar, S. 352.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 12, 1962), S. 112f.
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