Junker, Karl (1827-1882), Techniker

Junker Karl, Techniker. * Saubersdorf (N.Ö.), 18. 6. 1827; † Wien, 17. 5. 1882. Techn. Studien in Wien. Durch eine ausgedehnte Tätigkeit als Zivil-Ing. qualifizierte er sich als Projektwerber für die Wr. Wasserleitung. Er wurde mit den Erhebungen im Gebiet von Wr. Neustadt betraut, wo er ein Netz von Beobachtungspunkten über das ganze Steinfeld errichtete, um zu erfahren, welche Wässer in Volumen, Geschwindigkeit, Pegelstand und Temperatur konstant und welche etwaigen Schwankungen unterworfen seien. Diese Leistung wurde als eine der schönsten hydrograph. Arbeiten, die jemals durchgeführt wurden, bezeichnet. 1864 dirigierender Obering. der 1. Abt. für den Bau der Hochquellenwasserleitung, der Entwurf und Bauführung von den Quellen bis zum Behälter Rosenhügel oblag, wo das Wasser am 1. 9. 1873 eintraf. 1873–77 niederösterr. Landtagsabg. Sein Sohn Karl J. (* Wien, 10. 8. 1867; † Wien, 29. 3. 1928), Publizist, Vizepräs. der Union der Korrespondenten der auswärtigen Presse, Schriftführer der Zeitungsunternehmungen Österr., erwarb sich große Verdienste um den österr. und dt. Buchhandel.

W.: Projektierungsarbeiten für den Suezkanal, 1847; Wasserleitungsbauten in Pola, Triest (1850–57), Salzburg, Agram; Entwurf und Bauausführung Schloß Miramare b. Triest, 1856/57; Entwurf und Bauausführung der 1. Wr. Hochquellenwasserleitung; etc.
L.: Wr.Ztg. vom 18. 5. 1882; Ws. des österr. Ing.- und Architektenver. 7, 1882, n. 28, S. 160; R. Stadler, Die Wasserversorgung der Stadt Wien in ihrer Vergangenheit und Gegenwart. Denkschrift zur Eröffnung der Hochquellenwasserleitung im Jahre 1873, 1873, S. 98, 117, 126, 141; E. Metlikovitz, Miramar, 1902, S. 18, 64; Thieme–Becker.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 12, 1962), S. 153f.
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