Kadlík (Tkadlík), Franz (1786-1840), Maler und Lithograph

Kadlík (Tkadlík) Franz, Maler und Lithograph. * Prag, 23. 11. 1786; † Prag, 16. 1. 1840. Wirtssohn; für den geistlichen Stand bestimmt, ermöglichte ihm Gf. J. R. Czernin 1803 das Kunststud. an der Prager (J. Bergler d. J.), ab 1817 an der Wr. Akad. der bild. Künste (F. H. Füger, F. Caučig). 1823 bewarb er sich vergeblich um die Kustodenstelle der k. Gemäldegalerie und wurde 1824 zum Czerninschen Kammermaler ernannt. 1825–32 als Stipendiat in Rom kam er mit den Nazarenern in Verbindung und widmete sich fortan fast ausschließlich der religiösen Malerei. 1832 nach Wien zurückgekehrt, wurde K. 1836 Dir. der Prager Akad. der bild. Künste, deren Blütezeit er durch eine Reorganisation herbeiführte. Er erlag jedoch bald einer schon in Italien zugezogenen Halskrankheit. Von einer oberflächlich-eleganten Malweise als Ergebnis seiner akad. Ausbildung kam K. zu einer in Zeichnung und Farbengebung genauen religiösen Malerei, die aber stellenweise den Charakter religiöser Genrebilder hat.

W.: Porträts: Gf. E. und H. Czernin, Gf. L. Paar etc., 1820; Enyo (letztes mytholog. Bild), Wien, Galerie Harrach; St. Johannes Nep. im Gebet, Altarbild, 1820, Warnsdorf, Böhmen; St. Adalberts Rückkehr nach Böhmen, 1825, Prag, Rudolfinum; St. Aloysius, Prag, Dreifaltigkeitskirche; Porträts: K. Franz, Wien I., Landhaus; J. Dobrowsky, Prag, Böhm. Mus.; verschiedene Werke in Stichen und Lithographien vervielfältigt, gelegentlich auch Porträts von K. selbst lithographiert; Skizzenbuch, 121 Bll., 1816–20, ehem. Prag, Ver. für Geschichte der Dt. in Böhmen.
L.: Toman 2; Masaryk 3; Otto 13; Seubert; Thieme–Becker; Wurzbach; ADB; C. Glaser, Graphik der Neuzeit, 1923; Lhotsky II/2, S. 486; Kosch, Das kath. Deutschland.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 12, 1962), S. 167
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