Kaempf, Saul Isaac (1818-1892), Rabbiner und Gelehrter

Kaempf Saul Isaac, Rabbiner und Gelehrter. * Lissa a. d. Elbe (Lysá nad Labem, Böhmen), 6. 5. 1818; † Prag, 16. 10. 1892. Schüler des bekannten Rabbiners Akiba Eger aus Posen. Seit 1840 stud. er an der Univ. Halle Geschichte, Phil. und Sprachen. Dort gehörte er zu den Schülern von Gesenius. 1845 wurde er Rabbiner in Prag. 1850 habilit. er sich an der Univ. Prag als Priv. Doz. für semit. Sprachen und Literatur. 1858 Prof. der oriental. Sprachen und Literatur an der Univ. Prag. Arbeitete gem. mit L. Philippson an der von der israelit. Bibelanstalt veranstalteten Bibelübersetzung.

W.: Biographie des Hochberühmten Hochseligen Herrn Akiba Eger, Oberrabbiner zu Posen, nebst einem hebr. Trauergedicht, 1838; Die ersten Makamen aus dem Tachkemoni, oder Divan des Charisi, 1845; Simrath Jah: Gottesdienstliches Gesangbuch, eingeführt im israelit. Tempel zu Prag, 1849; Nicht-andalus. Poesie andalus. Dichter aus dem 11., 12. und 13. Jh., 2 Bde., 1858 (Bd. 2 unter dem Titel: Zehn Makamen aus dem Tachkemoni, oder Divan des Charisi); Mamtik Sod: Beleuchtung des Frankelschen Werkes „Hodegetik zur Mischna“ in dogmat. Beziehung, 1861; Die Inschrift auf dem Denkmal Mesa’s, Kg. von Moab, 1870; Geschichte der hebr. Sprache als lebende Sprache, 1873; Phöniz. Epigraphik: Die Grabschrift Aschmunazars, Kg. der Sidonier, 1874; Das Hohelied ins Dt. übertragen, 1877. Übers.: Festgebete der Israeliten, 1851.
L.: F. S., S. I. K.: Eine Biograph. Skizze, 1856; Enc. Jud.; Jew. Enc.; Jüd. Lex.; Wininger.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 12, 1962), S. 168
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