Kaltenegger, P. Leo (Josef) (1778-1856), Ordensangehöriger, Lehrer und Pomologe

Kaltenegger P. Leo (Josef), O.S.B., Seelsorger, Schulmann und Pomologe. * Leoben (Stmk.), 19. 7. 1778; † Admont (Stmk.), 11. 12. 1856. Sohn eines Siebmachermeisters. Nach Beendigung seiner Gymnasialstud. trat er am 24. 10. 1798 in das Benediktinerstift Admont ein, 1802 Priesterweihe und feierliche Profeß. Nach kurzer seelsorglicher Tätigkeit in der Stiftspfarre Wildalpen kam er als Grammatiklehrer an das akad. Gymn. in Graz und war gleichzeitig auch Präfekt am Konvikt. 1804 kehrte er in das Stift zurück und wurde an der theolog. Hauslehranstalt Prof. für Moral und Pastoraltheol. Bis 1808 versah er als Seelsorger das benachbarte Hall und bis 1814 die Stiftspfarre. 1810 zum Küchen- und Jägermeister ernannt, widmete er sich durch 46 Jahre als ausgezeichneter Pomologe mit großem Eifer als Garteninspektor der Anpflanzung, Pflege und Veredlung von Obstbäumen im Bereiche des Stiftes. Bereits 1846 konnte er bei der landwirtschaftlichen Ausst. in Graz 96 verschiedene Äpfel- und 28 Birnensorten aus dem Stifte ausstellen und brachte die Obstkultur mit einer eigenen Baumschule im Stifte zu höchster Blüte. 1817 Prior, Stiftspfarrer, Dechant, Schulinspektor des Admonter Schuldistrikts und zweimal Leiter des Dekanates Aussee mit der Schulaufsicht. Während der Administration des Stiftes durch den Abt von Rein, Abundus Kuntschak 1818–1822, war er dessen Stellvertreter und dann Administrator bis zur Neuwahl des Abtes Benno Kreil (1823). K., hochverdient um Schule, Seelsorge und die Obstkultur des Stiftes, wurde vielfach geehrt und ausgezeichnet.

L.: Grazer Ztg., 1857; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 13, 1963), S. 204
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