Kandler, Wilhelm (1816-1896), Maler

Kandler Wilhelm, Maler. * Kratzau (Chrastava, Böhmen), 28. 2. 1816; † Prag, 18. 5. 1896. Verlebte seine Kindheit in Komotau und Saaz, wo sein Vater städt. Zeichenlehrer war. Stud. 1830–34 durch Führichs Verwendung an der Prager Akad. der bildenden Künste. Nach Gemälden und Zeichnungen religiösen Inhalts arbeitete K. seit Restaurierung der Burg Karlstein an der Kopierung alter Tempera-Gemälde und Fresken, auch die Fresko-Ergänzung der Mosaiken im Prager Dom wurde ihm anvertraut. J. B. Müller und J. Holzmeier lehrten ihn noch zwei Jahre die Freskotechnik, dann führte er Führichs Entwürfe für die St.-Raphaels-Blindenkapelle in Prag aus. 1843–50 in Rom als Kopist und Zeichner wirkend, kehrte K. über Wien (Ausst. in der Hofburg) nach Prag zurück, wo er mit zahlreichen Aufträgen betraut, ansässig war.

W.: 2 große Entwürfe zu Fresken in der Taufkapelle der Teynkirche, Prag, 1846; Entwürfe zu Fresken für die Kapelle der Blinden-Versorgungsanstalt, Prag, 1846/47; Restaurierung der Schloßkapelle, Reichstadt, 1852 ff.; Fresken in der Kirche zu Franzensbad, in der Kapelle der Barmherzigen Schwestern, Prag, im Schulsaal des Gendarmerie-Gebäudes, Prag, in der Hofburg-Kapelle, Prag; Gemälde: Lots Flucht aus Sodom, Predigt des hl. Prokop, Kirche in Kozel, 1834; Herzog Spitihnew; Leben Jesu, 1840; Jüngstes Gericht nach Michelangelo, 1844; Rudolf von Habsburg reitet zu seinem Grab nach Speyer; Karl IV. entdeckt den Karlsbader Sprudel, Kursaal Karlsbad, 1849; Panorama derBelagerung Roms, 1850; Altarbilder für Kirchen in Neuhaus i. B., Hloubětín (Prag), Kratzau, Skalsko, Saaz, Chwala, Stralsund, Moskau, etc.
L.: F. Seubert, Künstlerlex., 1882; F. v. Boetticher, Malerwerke des 19. Jh., I/2, 1895: Toman; Thieme–Becker; Otto 13; Wurzbach.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 13, 1963), S. 213f.
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